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Borussia Dortmund : Tuchel setzt Weidenfeller auf die Bank

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Finger weg: Roman Weidenfeller darf für Dortmund vorerst nicht eingreifen. Bild: Picture-Alliance

Roman oder Roman? Die Torwart-Frage bei Borussia Dortmund war alles andere als leicht für den neuen Trainer Thomas Tuchel. Kurz vor dem Saisonstart entscheidet er sich gegen Weltmeister Weidenfeller.

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          Roman Bürki wird die neue Nummer 1 beim Bundesligaverein Borussia Dortmund. Wie Trainer Thomas Tuchel am Freitag bekanntgab, hat sich der Schweizer Neuzugang vom SC Freiburg im Zweikampf um einen Stammplatz im Tor des Revierklubs vorerst gegen Weltmeister Roman Weidenfeller durchgesetzt. Bürki wird beim Saisonstart am Samstag (18.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf stehen.

          „Diese Entscheidung war extrem hart“, kommentierte Tuchel. Weidenfeller habe die Nachricht mit Fassung aufgenommen. „Wir hatten ein offenes und gutes Gespräch, bei dem Roman Weidenfeller Sportsgeist bewiesen hat“, sagte der Fußball-Lehrer.

          Ob diese Personalie auch für die internationalen Spiele und die Partien im DFB-Pokal gilt, ließ der Coach offen: „Es war eine Entscheidung für die Bundesliga.“ So werde Weidenfeller in beiden Playoff-Partien in der Europa League gegen den norwegischen Vertreter Odds BK am 20. und 27. August zum Einsatz kommen.

          Für Dortmund steht gleich zum Ligastart eine Nagelprobe an. Im kniffligen Duell mit Gladbach soll sich zeigen, wie groß die bisherigen Fortschritte unter der Regie von Tuchel wirklich sind. Nach einer traumatischen Saison mit zwischenzeitlicher Abstiegsgefahr wird der Revierklub wieder hoch gehandelt. So wies Max Eberl dem Gegner die Favoritenrolle zu. „Der BVB ist der wahre Bayern-Jäger“, sagte der Gladbacher Manager ungeachtet der Tatsache, dass die Fohlen-Elf am Ende der vorigen Spielzeit beachtliche 20 Punkte vor den Dortmundern lag.  

          Roman Bürki (rechts) ist die neue Nummer 1 von Trainer Thomas Tuchel.

          Die gestiegene Wertschätzung für den Branchenriesen kommt nicht von ungefähr. Sowohl in den Test- als auch in den ersten Pflichtspielen in der Europa League und im DFB-Pokal demonstrierte das Team beachtliche Frühform. Die Aufbruchstimmung hat mittlerweile auch den eigentlich nicht zum Überschwang neigenden Tuchel erfasst. „Ich fange sogar an, gelbe Turnschuhe zu bestellen. Dabei hatte ich noch nie Gelb getragen“, verriet der Fußball-Lehrer in einer von den „Ruhr Nachrichten“ organisierten Talkrunde, „jetzt glaube ich wirklich, dass mir Gelb steht.“

          Die schnelle Integration von Tuchel schürt in Dortmund Hoffnungen, dass dem Team ein ähnlich kapitaler Fehlstart wie vor einem Jahr erspart bleibt. Ganze neun Sekunden benötigte Karim Bellarabi am 23. August 2014 beim 2:0 der Leverkusener für den ersten Treffer. Weitere Missgeschicke trugen Monate später zum Ende der jahrelangen Traumehe zwischen Coach Jürgen Klopp und dem BVB bei. Für dessen Nachfolger wird das Bundesliga-Comeback nach einem Sabbatjahr zu einer echten Herausforderung.

          „Diese Entscheidung war extrem hart“: Thomas Tuchel

          Viel wird davon abhängen, ob Tuchel wirksame Strategien findet, um den Konterfußball der Gäste vom Niederrhein zu unterbinden. In seiner Zeit als Trainer in Mainz tat sich der Taktik-Tüftler damit schwer: Fünf der sechs Partien gegen die von Lucien Favre gecoachten Gladbacher gingen verloren. „Wir treffen auf einen der unangenehmsten und kompliziertesten Gegner und werden unser beste Leistung brauchen, die wir bieten können“, sagte Tuchel.

          Es könnte ein Vorteil für die Dortmunder sein, dass Mönchengladbach auf den gesperrten Havard Nordtveit sowie auf die verletzten Martin Stranzl, Alvaro Dominguez und André Hahn verzichten muss. Dennoch geht Trainer Favre voller Zuversicht und Vorfreude in den Bundesliga-Klassiker: „In Dortmund vor dieser großen Kulisse zu spielen, ist immer speziell. Es wird ein sehr interessanter Auftakt.“ Von besonderer Brisanz ist die Partie für Marco Reus. Dass gleich zum Ligastart eine schwere Aufgabe ansteht, wertete der Nationalspieler im „Kicker“ als Vorteil: „Ich finde es super. Nicht nur, weil es mein Ex-Club ist, sondern weil uns die Gladbacher sofort zeigen werden, auf welchem Level wir uns befinden.“

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