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DFL-Generalversammlung : Bloß kein Streit ums TV-Geld – jedenfalls nicht öffentlich

  • -Aktualisiert am

Für drei Jahre als Ligaverbandspräsident wiedergewählt: Reinhard Rauball. Bild: dpa

Knapp 1,2 Milliarden Euro an Fernsehgeldern gibt es von 2017 an in den Fußball-Bundesligen zu verteilen. Dem Profifußball steht ein hartes Ringen um neuen Verteilungsschlüssel bevor.

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          Bloß kein Streit: Diese für Verbandstage im deutschen Sport traditionelle Devise nahmen sich am Mittwoch bei ihrer Generalversammlung in Berlin auch die im Ligaverband, zukünftig „DFL Deutsche Fußball Liga e.V., zusammengeschlossenen Klubs der Ersten und Zweiten Fußball-Bundesliga zu Herzen. Also wurde nicht in aller Öffentlichkeit über die Verteilung der Gelder aus dem neuen, von 2017 an gültigen Vierjahresvertrag kontrovers diskutiert.

          Zum einen, weil darüber satzungsgemäß der neue Vorstand in den kommenden Wochen berät und entscheidet, zum anderen, weil sich die Vereine und die Spitzenrepräsentanten des deutschen Profifußballs vor ihrem großen Treffen alle Mühe gegeben hatten, Dissonanzen auszuräumen und miteinander zu reden, statt gegeneinander zu argumentieren.

          Zwar suggerierten Vertreter der zweiten Liga, voran Andreas Rettig, der Geschäftsführer des FC St. Pauli, dass es auch bei dem neuen Vertrag mit einem jährlichen Volumen von knapp 1,2 Milliarden Euro statt zuvor im Schnitt 628 Millionen Euro bei dem bisherigen Verteilungsschlüssel bleiben werde: also 80 Prozent für die erste, 20 Prozent für die zweite Liga. Doch ein „Weiter so“ ist längst nicht ausgemacht.

          In der ersten Liga gibt es nach wie vor Bestrebungen, den Anteil der Zahlungen an die zweite Liga zu reduzieren oder auf dem bisherigen Stand von jährlich 140 Millionen Euro zu deckeln – auch weil das jüngste Medieninteresse am Erwerb der Zweitligarechte weit unter dem Wert der bei gleichen Kennziffern wie bisher erreichten zukünftig 230 Millionen Euro pro Jahr liege. In dieser Frage steht dem deutschen Profifußball noch ein hartes Ringen um einen sowohl gerechten als auch den Realitäten nahe kommenden Verteilungsmechanismus bevor.

          Zeichen stehen nicht mehr auf Konfrontation

          In Berlin erinnerte der zum vierten Mal und dazu einstimmig für drei Jahre wiedergewählte Ligaverbandspräsident Reinhard Rauball daran, „dass niemand dafür Verständnis hätte, wenn sich die Liga ausgerechnet nach ihrem bisher größten Medienvertrag zerstreitet. Der öffentliche Eindruck wäre verheerend. Ich bin deswegen froh, dass die Diskussion zurückgefahren wurde.“

          Die Zeichen stehen wohl nicht mehr auf Konfrontation zwischen den beiden Bundesligen, wie das vor einigen Wochen noch der Fall schien. Mahnend sagte Rauball dazu, dass der neue Fernsehvertrag ein „enormes Maß an Verantwortung“ mit sich bringe. „Andere Sportarten wären froh, wenn sie solche Probleme zu lösen hätten.“ Ergänzend fügte Helmut Hack, der neue Zweite Vizepräsident des Ligavorstands und als Präsident der Spielvereinigung Greuther Fürth der Ombudsmann der Zweitliga-Interessen, hinzu: „Wir werden hart ringen und gute Lösungen finden. Ich vertraue darauf, dass kein neuer Zank entstehen wird.“

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          Während schon seit Längerem feststand, dass die Bundesliga ihr Führungspersonal für die neue Amtsperiode des Ligaverbandsvorstandes früh beisammenhatte – mit Rauball als Vormann, dem Schalker Finanzvorstand Peter Peters als Erstem Vizepräsidenten, Klaus Filbry, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des SV Werder Bremen, als Vorstandsmitglied wie auch dem am Mittwoch gewählten Jan-Christian Dreesen, Finanzvorstand des FC Bayern München, als Nachfolger des im November aus seinem Amt als Bayern-Präsident scheidenden Karl Hopfner –, präsentierte die Zweite Bundesliga ihr Kandidaten-Tableau für die Berliner Wahlen erst am Mittwoch.

          Wie schon länger vermutet, löste Hack den seit 2007 für die zweite Liga sprechenden Harald Strutz ab. Ein verständlicher Wechsel, steht Strutz doch dem seit Langem etablierten Erstligaklub Mainz 05 vor. Strutz zog am Mittwoch auch seine Kandidatur für den Aufsichtsrat der DFL zurück, weil er nicht gegen seinen Freund Fritz Keller (SC Freiburg) antreten wollte. Die Zweitliga-Vorstandsmitglieder im neunköpfigen Ligavorstand sind neben Hack Michael Meeske (1. FC Nürnberg) und Soeren Oliver Voigt (Eintracht Braunschweig). Dazu gehören Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL, und Ansgar Schwenken, der DFL-Direktor für „Fußballangelegenheiten“, dem Vorstand der DFL Deutsche Fußball Liga e.V. an.

          „Da haben wir noch Nachholbedarf“

          Seifert zeichnete am Mittwoch ein eindrucksvolles Bild der Aufgaben, denen sich der deutsche Profifußball unter den Stichworten Globalisierung, Digitalisierung, Wettbewerbsgleichgewicht, Governance-Strukturen und Integrität des Sports stellen müsse. Die DFL sei ihrem Selbstverständnis nach nie eine reine „Geldbeschaffungsmaschine“ gewesen. Gleichwohl gehe es ihr in einem immer schärfer werdenden internationalen Wettbewerb vor allem um die Stärkung der sportlichen Qualität und Attraktivität.

          „Wir haben die zweit- und siebtgrößte Profiliga in Europa, kein anderes Land hat das im Miteinander geschafft“, sagte er. Damit das so bleibe, müsse die Bundesliga aber alle Anstrengungen unternehmen, um nicht nur beim Blick auf die international führende Premier League den gewachsenen Internationalisierungsansprüchen gerecht zu werden. „Wir werden sehen“, sagte er voraus, „dass nationale Medienverträge an ihre Grenzen kommen. Wenn sie an Grenzen kommen, orientieren sich die Topligen europäisch – da haben wir noch Nachholbedarf.“

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