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2:1 gegen Stuttgart : Frankfurt dreht das Nervenspiel

  • Aktualisiert am

Happy End für die Eintracht: Torschütze Alexander Meier (links) und Sebastian Jung Bild: dpa

Mit der achten Niederlage in Serie stellte Stuttgart einen Rekord auf. Lange führt der VfB, dann schlägt die Eintracht durch Rosenthal und Meier doppelt zurück und entfernt sich von den Abstiegsplätzen.

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          Der VfB Stuttgart hat den erhofften Befreiungsschlag leichtfertig verspielt und mit der achten Pleite in Serie einen Vereins-Negativrekord aufgestellt. Nach zwei späten Gegentreffern durch Jan Rosenthal (80. Minute) und Alexander Meier (89.) kassierten die lange Zeit überlegenen Schwaben am Sonntag im Kellerduell eine 1:2 (1:0)-Niederlage bei Eintracht Frankfurt und bleiben mit 19 Punkten als Tabellenfünfzehnter in höchster Abstiegsgefahr.

          Die Eintracht entfernte sich dagegen mit 25 Zählern ein wenig von den bedrohten Plätzen und verhinderte den nächsten Tiefschlag nach dem bitteren Europacup-Aus gegen den FC Porto am Donnerstag und der schweren Verletzung von Leistungsträger Sebastian Rode. Martin Harnik hatte mit seinem fünften Saisontor in der 31. Minute vor 43.200 Zuschauern in der Commerzbank-Arena die Stuttgarter auf die Siegerstraße gebracht, doch Joker Rosenthal und Meier sorgten für die späte Ernüchterung. „Wir mussten über unsere Grenzen gehen“, sagte Sebastian Jung nach dem äußerst glücklichen Sieg.

          Damit dürften die Diskussionen um Trainer Thomas Schneider weitergehen, zumal der VfB in der nächsten Woche auf Schlusslicht Eintracht Braunschweig trifft. Auch auf Frankfurt wartet beim Tabellensechzehnten Hamburger SV am nächsten Wochenende ein weiteres Keller-Duell. Der Mannschaft von Trainer Armin Veh, der den VfB 2007 noch zur letzten Meisterschaft geführt hatte, waren die Strapazen vom Europacup-Abend gegen Porto anzumerken.

          Die Eintracht spielte ohne Tempo und erlaubte sich viele Fehler im Aufbauspiel. Erschwerend kam hinzu, dass neben Rode (Knorpelschaden) auch Mittelfeld-Kollege Pirmin Schwegler gelbgesperrt war. So gelang es dem VfB, der wieder auf Kapitän Christian Gentner zurückgreifen konnte und bei dem erstmals der frühere Nationalspieler Cacau in der Startelf stand, nach gut einer Viertelstunde die Spielkontrolle zu übernehmen.

          Erst der Ausgleich, dann sogar noch der Siegtreffer: Die Eintracht besiegt Stuttgart Bilderstrecke
          Erst der Ausgleich, dann sogar noch der Siegtreffer: Die Eintracht besiegt Stuttgart :

          Torchancen stellten sich für die Schwaben aber zunächst nicht ein. Erst Harnik erlöste die deutlich verbesserten Gäste, als er nach Zuspiel von Alexandru Maxim von der Strafraumgrenze traf. In der Folgezeit waren die Gastgeber zunächst völlig von der Rolle. So besaßen die Stuttgarter bei einem abgefälschten Freistoß von Maxim (33.) und einem Schuss von Cacau (34.) weitere gute Chancen zum zweiten Tor.

          Die Eintracht erspielte sich dagegen in den ersten 45 Minuten keine einzige echte Tormöglichkeit, mal abgesehen von einem verunglückten Schuss von Alexander Meier (30.). Zur zweiten Halbzeit brachte Veh von Pfiffen begleitet Rosenthal für Joselu ins Spiel und stellte auf ein 4-4-2-System um. Doch am Spielverlauf änderte sich so schnell nichts.

          „Ich bin Maxim extrem dankbar“

          Die Stuttgarter hatten wenig Probleme, die Frankfurter Angriffsbemühungen zu kontrollieren. So dauerte es bis zur 62. Minute, ehe Stefan Aigner mit einem Kopfball VfB-Keeper Sven Ulreich zu einer Parade zwang. Hektisch wurde es zehn Minuten später, als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einem Zweikampf zwischen Tranquillo Barnetta und Cacau auf den Elfmeterpunkt zeigte.

          Nach Rücksprache mit Linienrichter Benjamin Brand revidierte er aber seine Entscheidung. Kurz darauf ließ Maxim die große Chance zum 2:0 vor dem leeren Frankfurter Tor liegen (78.). Der Fauxpas sollte sich zwei Minuten später rächen, als Rosenthal zuschlug. Und es kam noch schlimmer, als Meier aus kurzer Distanz traf. „Ich bin Maxim extrem dankbar. Das musste das 2:0 sein. Danach wären wir tot gewesen“, sagte Eintracht Schlussmann Kevin Trapp mit Blick auf die Schlüsselszene des Spiels.

          Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 2:1 (0:1)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Madlung, Oczipka (65. Djakpa) - Russ, Flum (90.+1 Weis) - Aigner, Meier, Barnetta - Joselu (46. Rosenthal)
          VfB Stuttgart: Ulreich - Schwaab, Rüdiger, Niedermeier, Sakai - Gentner, Boka (90.+1 Traoré) - Leitner, Maxim (82. Khedira), Harnik - Cacau (85. Werner)
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 43.200
          Tore: 0:1 Harnik (31.), 1:1 Rosenthal (80.), 2:1 Meier (89.)
          Gelbe Karten: Jung (3) / Niedermeier (2)

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