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Freude und Ärger bei U 21 : „Das ist für mich absolut ein Unding“

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Torwart Alexander Nübel (links) kassierte bisher drei Gegentore – alle per Elfmeter. Bild: Picture-Alliance

Mit Glück und einem starken Torwart zieht die U 21 ins EM-Halbfinale ein und qualifiziert sich für Olympia. Doch die große Freude darüber wird ein wenig getrübt durch zwei Entscheidungen des Schiedsrichters.

          Bevor die deutschen Nachwuchs-Fußballer ihr nächstes großes Etappenziel EM-Halbfinale in Angriff nehmen, durften sie noch einmal kurz durchschnaufen und den Moment genießen. Gemeinsam mit Familie und Freunden klang der Abend nach dem 1:1 (1:1) der U 21 im letzten EM-Gruppenspiel gegen Österreich aus. „Wir feiern jetzt und ab Montag geht die Vorbereitung auf das Halbfinale los“, sagte Trainer Stefan Kuntz nach dem Remis, das gleichzeitig auch die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio bedeutete.

          U-21-EM 2019

          Beim 1:1 gegen Österreich zeigten die DFB-Junioren ihre bislang schwächste Turnierleistung und hatten am Ende Glück, dass es dennoch für den Gruppensieg reichte. Nach dem 1:0 durch Luca Waldschmidt (14. Minute) schoss Augsburgs Kevin Danso das 1:1 (24./Foulelfmeter). Auch ein Sieg der Österreicher wäre durchaus möglich gewesen. „Wir haben gemerkt, dass es nicht immer nur bergauf geht. Jetzt war mit den Österreichern ein großer Brocken im Weg“, urteilte Kuntz.

          Am Donnerstag steht für die DFB-Auswahl mit dem EM-Halbfinale das nächste Etappenziel auf dem Weg zur Titelverteidigung an. Italien, Frankreich und Rumänien lauten die möglichen Gegner – gegen wen es geht, steht erst nach den letzten Gruppenspielen am Montagabend fest. „Wie meine Oma sagt - was du nicht ändern kannst, darüber brauchst du nicht zu meckern. Warten wir mal ab, was rauskommt“, sagte Kuntz.

          Drei Gruppenspiele, drei Gegentore durch Elfmeter – in dieser Disziplin läuft es bei der DFB-Auswahl so gar nicht. Den Foulelfmeter für Österreich gab es, weil Torhüter Alexander Nübel beim Herauslaufen nach einem Freistoß den Ball fing und seinen Gegner mit dem Knie am Kopf traf. „Das ist für mich absolut ein Unding“, schimpfte der deutsche Torwarttrainer Klaus Thomforde, der den Elfmeterpfiff überhaupt nicht nachvollziehen konnte: „Das finde ich schon sehr grenzwertig, da habe ich wenig Verständnis.“

          Nach der Silbermedaille von Rio de Janeiro 2016 haben die U-21-Fußballer mit dem Halbfinale dennoch auch die nächste Olympia-Teilnahme gesichert. „Das ist ein wichtiges Signal und Symbol für den deutschen Fußball“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff, der 20 Jahre nach seiner Zeit bei Udinese Calcio für die Partie zurückkehrte. „Ein Großereignis wie Olympia mitzumachen, Deutschland zu repräsentieren, kann für Spieler eine enorm wichtige Lebenserfahrung sein“, sagte er.

          Auch Kuntz freute sich sehr. „Wenn ich an Einzelsportler denke und überlege, was zum Beispiel Ringer oder Turner für einen Aufwand betreiben müssen, damit sie dann alle vier Jahre im Rampenlicht stehen“, sagte er. „Und bei uns musst du einfach nur dreimal schnäuzen und dann gibt es normalerweise schon eine Schlagzeile. Diesen Respekt mal ausdrücken zu dürfen und diese Sportler dabei hautnah unterstützen zu dürfen, von der Tribüne aus mit klatschen und jubeln, das ist schon etwas, worauf ich Lust hätte.“

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