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Arbeitszeiten : Lieber mit Stechuhr

Nicht alle wünschen sich die Stechuhr zurück – aber erstaunlich viele. Bild: dpa

Die Akademiker unter den Fachkräften und Führungskräfte arbeiten im Durchschnitt 40 bis 50 Stunden je Woche – jedenfalls in Deutschlands drittgrößter Branche. Ein nicht unerheblicher Teil sehnt sich nach Zeiterfassung.

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          Das Gros der akademischen Fach- und Führungskräfte arbeitet nach eigenen Angaben vierzig bis fünfzig Stunden in der Woche – jedenfalls in der drittgrößten deutschen Industriebranche, der Chemie- und Pharmabranche. Zwei Drittel nennen in einer Umfrage ihres Berufsverbandes VAA einen Wert in dieser Spanne, wobei nur Vollzeitbeschäftigte gemeint sind.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Fünfzehn Prozent der Befragten sahen sich 35 bis 40 Stunden in der Woche bei der Arbeit, vierzig Prozent bis 45 Stunden und siebenundzwanzig Prozent bis 50 Stunden. Mehr als 50 Stunden sind dann schon weniger üblich – etwa ein Sechstel ist derart viel beschäftigt – und weniger als 35 Stunden kommt selten vor: mit einem Prozent.

          Befragte mit Vertrauensarbeitszeit arbeiten auf Basis dieser Daten im Schnitt länger als solche mit Zeiterfassung. Das bestätigt den oft geäußerten Verdacht, die Abschaffung von Stechuhren nütze vor allem dem Arbeitgeber, weil Mitarbeiter im Zweifel zu viel statt zu wenig arbeiten. Etwa drei Viertel der Befragten arbeiten auf Vertrauensarbeitszeitbasis, ein Viertel lässt die Zeit erfassen, und zwar überwiegend mit Hilfe eines technischen Systems, der Rest mit persönlicher Dokumentation. Im VAA sind einerseits Führungskräfte organisiert, andererseits akademisch ausgebildete Fachkräfte ohne Leitungsfunktionen. In der zweiten, tarifnahen Gruppe ist die Zeiterfassung erwartungsgemäß weiter verbreitet, aber auch bei ihnen gilt sie nur zu gut einem Drittel.

          Jeder Dritte spricht sich für Erfassung aus

          Auffällig ist, dass überproportional viele sich Arbeitszeiterfassung wünschen: Unter allen Befragten spricht sich jeder Dritte dafür aus. Unter denen, die schon stechen, sind es sogar beinahe zwei von dreien. Wer also einem Modell mit der klassischen dokumentierten Arbeitszeit folgt, der weiß es besonders zu schätzen.

          Das ist ein Indiz, dass der Europäische Gerichtshof im Sinne vieler Arbeitnehmer urteilte, als er im Frühjahr entschied, Unternehmen in der EU müssten für die Erfassung der Arbeitszeit von Mitarbeitern sorgen. Der VAA befragte Mitglieder von Ende September bis Mitte Oktober online und erhielt insgesamt 2500 Antworten.

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