Pfarrer der Gedächtniskirche : „Auch Vergeltung bringt einen Menschen nicht zurück“

Der Anschlag in Berlin fand direkt vor der Kirche von Pfarrer Martin Germer statt. Im Interview erzählt er, wie er die vergangenen Tage erlebte und was er den Trauernden rät.
Ich war gerade mit einer Mitarbeiterin nebenan im Europa-Center, als mein Handy geklingelt und unsere Pressesprecherin mir erzählt hat, was passiert ist. Ich bin dann sofort hin, die Polizei war gerade dabei, den Platz abzusperren. In der Gedächtniskirche selbst hat zur Zeit des Anschlags der Bach-Chor geprobt. Die Wände sind so schalldicht, dass sie erst mitbekommen haben, was los war, als jemand zum Rauchen vor die Tür ging. Dann wurde die Kirche schnell geräumt. Ich habe am Weihnachtsmarkt mit den Schaustellern gesprochen, die das hautnah miterlebt haben. Einer hat erzählt, dass er in einem der Stände gearbeitet hat, der zur Hälfte weggerissen worden ist und nur überlebt hat, weil er sich gerade seine Hände gewaschen hat. Ein anderer hat erzählt, dass auf einmal zwei Menschen tot vor ihm lagen, denen er eben noch Glühwein ausgeschenkt hatte. Mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich daran denke.





