Schach-Kolumne : Schach

Die Unternehmensberatung d-fine hat sich dem Schach verschrieben – aus persönlichem und zugleich aus betrieblichem Interesse.
Können Schachspieler exzellente Mitarbeiter sein? Die Unternehmensberatung d-fine glaubt: ja. Sie sucht ihre Bewerber unter Naturwissenschaftlern, Mathematikern und Informatikern, die sowohl akademisch herausragen als auch leistungsorientiert sind. Da sieht Markus von Rothkirch eine hohe Affinität zu Schach. Er ist Mitgründer und Partner der Firma, die 2002 durch ein Management-Buy-out aus der Frankfurter Abteilung Risiken der Arthur-Andersen-Gruppe hervorging, die damals wegen der Mitschuld am Enron-Skandal weltweit zerschlagen wurde. Inzwischen besitzt d-fine elf Standorte und zählt im Bereich Analytik zu den führenden Managementberatungen. Bis nach dem Studium spielte von Rothkirch selbst bei den Mainzer Schachfreunden, doch mit Beruf und Familie sei das zeitintensive Hobby nicht mehr vereinbar gewesen – zumal Sitzen und Bildschirmtraining beim Schach keinen Ausgleich zum Büro boten. 2013 fragte ihn ein alter Studien- und Schachfreund, Stefan Spiegel, ob er sich vorstellen könne, den Schachclub Viernheim zu unterstützen, der gerade wieder in die Schachbundesliga aufgestiegen war. Als Sponsor blieb d-fine dem südhessischen Verein treu, auch als er zwischenzeitlich wieder Zweite Liga spielte. Zuletzt wurde Viernheim dreimal deutscher Vizemeister. Für diese Saison wurde das Team nochmals verstärkt, um den 17-maligen Meister OSG Baden-Baden auf Augenhöhe herauszufordern. Das gelang im Rahmen eines dreitägigen Events im Bürgerhaus Viernheim, das fast tausend Zuschauer, Spieler und Helfer erlebten. Am vergangenen Samstag gewann Viernheim dabei den direkten Vergleich gegen Baden-Baden 5:3. Mit drei Punkten Vorsprung gilt der erste Titelgewinn nun als ausgemacht. Neben der Bundesliga engagiert sich d-fine gezielt im Hochschulschach. Bei Bewerbermessen erwähnten immer mehr Interessenten, dass sie das Unternehmen vom Schach her kennen, hat von Rothkirch wahrgenommen: „Unter Naturwissenschaftlern und Mathematikern genießen Schachspieler noch höhere Anerkennung, weil sich fast alle schon selbst damit beschäftigt haben und fragen, wie der andere so gut sein kann.“ Im Januar hat d-fine in Leipzig die deutsche Betriebsschachmeisterschaft gewonnen. Mindestens so bemerkenswert findet Markus von Rothkirch das gute Abschneiden einer dritten Mannschaft aus Mitarbeitern, die zuvor noch nie ein Turnier am Brett bestritten, sondern ausschließlich online gespielt hatten. Während seine Viernheimer an ihrem erfolgreichen Bundesligawochenende nur Profis einsetzten, spielt bei Werder Bremen Luke McShane, der in seinen Jahren als Börsenhändler bei Goldman Sachs als „stärkster Amateur der Welt“ bezeichnet wurde. Gegen den nach Österreich geflüchteten Ukrainer Valentin Baidetskyi fand McShane einen brachialen Gewinnweg.
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar




