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Chance für Freiberg : Solarworld stellt Produktion ein

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Mitarbeiter der Modulfertigung bei Solarworld in Freiberg. Bild: dpa

Der Niedergang der deutschen Solarbranche ist ein trauriges Kapitel. Doch viele Unternehmen haben in anderer Form überlebt. Der frühere Primus Solarworld stellt dagegen die Produktion jetzt komplett ein.

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          Was waren das im Jahr 2007 für Zeiten. Der Aktienkurs des Solarmodulherstellers erreichte zurückgerechnet einen Höchstkurs von rund 81 Euro, der des Solarplaners Conergy 113 Euro. Heute ist Conergy von der Börse verschwunden und die Aktie der ehemaligen Q-Cells kostet 0,6 Cent.

          Dabei gibt es die einstigen Börsen-Highflyer noch - oder zumindest Teile davon. Conergy wurde vom Hedgefonds Kawa Capital wieder flott gemacht und ist heute in Asien aktiv. Q-Cells ging in der südkoreanischen Hanwha auf und ist weiter international als Komplettanbieter tätig.

          Und der einst größter deutsche Solarzellen-Hersteller Solarworld?,  für dessen Aktie einst - zurückgerechnet -  7185 Euro bezahlt wurden? Nun, dessen Kurs fiel am Mittwoch um knapp 6 Prozent auf 14,6 Cents.

          Immer noch Hoffnung

          Nach der zweiten Insolvenz innerhalb weniger Monate hat Solarworld die Produktion nun komplett eingestellt. Auch im sächsischen Freiberg werden keine Solarmodule mehr gefertigt, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Christoph Niering. Ende vergangener Woche seien die Maschinen abgestellt worden. Im Werk Arnstadt in Thüringen war die Fertigung schon vor einigen Monaten gestoppt worden.

          Und dennoch: Der Insolvenzverwalter sieht noch eine Chance, die Produktion in Freiberg wieder aufzunehmen. „Wir verhandeln mit einem Investor“, sagte Rechtsanwalt André Dobiey aus der Kanzlei Nierings. „Er hat Interesse, die Produktion fortzuführen und würde auch die Mitarbeiter weiterbeschäftigen.“ Die Gespräche dauerten noch bis mindestens Oktober. Unter anderem müssten Finanzierungsfrage geklärt werden. Die meisten der rund 150 Mitarbeiter der Produktion wechselten bis zum 1. Oktober in eine Transfergesellschaft.

          Solarworld hatte im Mai vergangenen Jahres zum ersten Mal Insolvenz angemeldet. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten noch gut 3000 Menschen in dem Unternehmen, das einst als Vorzeigebetrieb der deutschen Energiewende galt. Unter dem Namen Solarworld Industries versuchte Firmengründer Frank Asbeck im August 2017 einen Neustart. Doch im März 2018 scheiterte das Unternehmen, das da noch rund 600 Beschäftigte hatte.

          Für das Werk in Arnstadt gibt es nach Angaben von Dobiey keine Perspektive. Dort werde über den Verkauf von Gebäuden und Grundstücken verhandelt und die Versteigerung der Maschinen vorbereitet. Die Zentrale in Bonn werde geräumt, die wenigen verblieben Mitarbeiter zögen in ein Bürocenter.

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