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Aktienmärkte : Erholung vorerst gestoppt

Das Logo der Deutschen Börse will am Mittwoch nicht so recht passen. Bild: dpa

Nachdem Wall Street am Vorabend nachgab, fallen die Kurse in Deutschland am Mittwochmorgen abermals deutlich.

          2 Min.

          Ganz so einfach wird es dann wohl nicht. Mochte man am Dienstag noch den Eindruck haben, der starke Kurseinbruch im März sei nur eine kurzfristige Reaktion auf eine ebenso kurzfristige Rezession gewesen sein und jetzt werde die Erholung schon eingepreist, sieht es am Mittwochmorgen ein wenig anders aus.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der marktbreite F.A.Z.-Index gibt aktuell 2,75 Prozent auf 1.752 Punkte nach und der Standardwerteindex Dax verliert gar 3 Prozent auf 9.637 Zähler. Grund ist, dass die amerikanischen Märkte offenbar ins Grübeln geraten sind. Der marktbreite S&P-500-Index schloss 1,6 Prozent im Minus, Die positiven Impulse waren wohl schon aufgebraucht, die Aussicht auf ein womöglich viertes Hilfspaket stützte nur wenig, ebenso wie schwache, aber dennoch besser als erwartet ausgefallene Stimmungsdaten von Unternehmen und Verbrauchern.

          Vor allem dass es in der letzten Handelsstunde zu verstärkten Verkäufen kam, mag man als Indiz werten, dass eine große Zahl von Anlegern dem Markt misstraut.

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          Die Nachrichtenanlage rund um die Corona-Pandemie ist ja auch nicht eben gut. Freute man sich am Montag noch über Fortschritte an einem Impfstoff, auch wenn dieser erst im kommenden Jahr zur Verfügung stehen soll, so zeigte sich am Dienstag, dass gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen die Vereinigten Staaten inzwischen die am schwersten von der Pandemie betroffene Nation sind. Nachgewiesen wurden bereits mehr als doppelt so viele Infektionen wie in China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 ihren Ausgang nahm. Die Beschäftigtenzahlen der privaten amerikanischen Arbeitsagentur ADP am Nachmittag sollten einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag geben. Experten rechnen für März mit einem Abbau von 150.000 Stellen, nachdem im Vormonat noch 183.000 neue Jobs geschaffen worden waren.

          Und dass diejenigen, die gegen Ende des Handels verkauften, womöglich recht taten, zeigen am Mittwochmorgen die Terminkontrakte auf die amerikanischen Indizes, die mit einem Minus von rund 3 Prozent derzeit weiteres Ungemach ankündigen.

          „Die Börsen sind wieder im Talfahrt-Modus. Angesichts der immer negativeren Prognosen für die Wirtschaft werden auch die Börsenprognosen wieder negativer", meint Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. „Die Erholung ist erst einmal vorbei.“

          In Tokio gab der Nikkei-Index um knapp 4 Prozent auf  18.180 Punkte nach. Auch hier lief der Großteil des Minus gegen Ende des Handels auf. der breiter gefasste Topix-Index verlor nur etwas weniger stark. Auch der Hang-Seng-Index in Hongkong verlor rund 2 Prozent. Dass der CSI-300 in Festlandchina knapp behauptet tendiert, sollte man dagegen nicht überbewerten, ist der Markt doch immer noch nicht in die internationale Börsenwelt integriert.

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