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Rebensburg rechnet ab : „Olympia ist keine Motivation mehr für mich“

Viktoria Rebensburg über Pyeongchang 2018: „Sehr krasse Erfahrung“. Bild: EPA

Nach ihren Erfahrungen mit den seelenlosen Spielen von Pyeongchang hat Olympia für Viktoria Rebensburg seinen Reiz verloren. Für die Olympiasiegerin von 2010 stellt Peking 2022 kein lohnenswertes Ziel dar.

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          Ihr Auftritt ins Fernsehstudio dauerte diesmal etwas länger, doch der aufmunternde Applaus des Publikums begleitete sie immerhin auf ihrem Weg: Viktoria Rebensburg kam an Krücken zum Bayrischen Rundfunk, um in der Sendung „Blickpunkt Sport“ über ihre aktuelle Situation eine Woche nach einem Wochenende der Extreme zu berichten. In Garmisch-Partenkirchen hatte sie erst glorreich die Weltcup-Abfahrt gewonnen – zum ersten Mal überhaupt in ihrer langen Karriere – und war nur einen Tag später im Super-G Schwer gestürzt.

          Wegen ihrer dabei erlittenen Fraktur am Schienbeinkopf, die zudem von einer Innenbandüberdehnung begleitet wird, ist die Skisaison zwangsweise früh beendet für die 30-Jährige. Doch Viktoria Rebensburg wäre nicht Viktoria Rebensburg, würde sie nicht sogleich wieder Optimismus versprühen: „Ich versuche, so schnell wie möglich wieder fit zu werden“, sagte sie über die vergangenen Tage, die von Physio-Therapie und Reha-Maßnahmen geprägt waren. Sie habe absolutes Vertrauen, erklärte sie über die begleitenden Maßnahmen ihrer Vertrauensärzte: „Ich bin mir sicher, dass wir das gut hinbekommen.“ Beide Verletzungen hatte sie schon einmal unabhängig voneinander erlitten, nun also im Paket. Alpine Skiläufer sind hart im Nehmen, und spätestens in der kommenden Saison mit dem Höhepunkt der WM in Cortina d' Ampezzo will sie auch wieder auf den Brettern stehen.

          Gar nicht gut zu sprechen ist die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010 dagegen auf das darauffolgende wintersportliche Großereignis im fernen Osten: Olympia 2022 in Peking. Sie habe so ihre Erfahrungen gemacht in Pyeongchang 2018, sagte Rebensburg: „Was ich da erlebt habe, ist für mich nicht so eine große Motivation, dass ich sage, ich muss nochmal zu den Olympischen Spielen.“

          Mit Knieverletzung ins Ziel gerutscht: Rebensburg vergangenes Wochenende in Garmisch,

          Eine Aussage wie eine Ohrfeige für das Internationale Olympische Komitee (IOC), wird doch gemeinhin immer von Olympia als dem größten Ereignis geschwärmt, das ein Sportler im Laufe seiner aktiven Karriere erreichen kann. Wohl dem, der es aus eigener Anschauung erlebt hat, und sich nicht mehr von Klischees blenden lässt: „Es war eine krasse Erfahrung“, erklärt Rebensburg über das „spezielle Flair“ der Spiele von Pyeongchang, bei denen es weder wirklichen Schnee gab, noch Zuschauer, die sich für den Sport interessiert hätten. „Das ganze Drumherum“ habe nicht gestimmt, meint die offensichtlich romantisch veranlagte Sportlerin, die sich auch nach all ihren Jahren im Ski-Weltcup immer noch über ein schönes Bergpanorama mit echtem Schnee erfreuen kann – am besten noch mit  begeisterungsfähigem Publikum ringsherum, „das den Wintersport auch lebt“.

          Weltmeisterschaften wie zuletzt in Are und St. Moritz oder demnächst in Cortina bereiten ihr immer noch Freude, „weil der Skisport da her kommt". Peking dagegen werde „ähnlich sein wie Pyeongchang“, so ihre begründete Vermutung: „das ist dann jetzt nicht so, dass ich mir sage, dafür ordne ich alles unter, da muss ich hin.“

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