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Kritik im Reitsport : Prinzessin Haya in der Klemme

  • Aktualisiert am

Unter Druck: Haya bint al Hussein, Präsidentin der FEI Bild: picture alliance / dpa

Laufend kommen Einzelheiten ans Licht, die den rücksichtslosen Umgang arabischer Langstrecken-Reiter mit ihren Pferden betreffen. Ein weiterer Dopingfall verschärft die Lage für FEI-Präsidentin Haya.

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          Die Präsidentin der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI), Haya bint al Hussein, wird sich bei der Generalversammlung in Montreux von diesem Dienstag an mit dem Vorwurf eklatanter Unterlassungssünden auseinandersetzen müssen. Die Kritiker an den Zuständen in der Disziplin Distanzreiten haben in den vergangenen Tagen immer mehr Unterstützung bekommen. Eine Opposition vor allem aus der Schweiz, Belgien und Frankreich fördert laufend Einzelheiten ans Licht, die den herrischen und rücksichtslosen Umgang vor allem arabischer Langstrecken-Reiter mit ihren Pferden betreffen. An der Basis wird sogar Hayas Rücktritt gefordert.

          Allerdings hat die Opposition angesichts von Hayas fester Verankerung in den kleineren Pferdesport-Nationen es bisher nicht gewagt, einen exponierten Gegenspieler aufzubauen. Der deutsche Verband verhält sich traditionell abwartend, wie häufig.

          Ein weiterer Dopingfall verschärft die Lage: Am 22. Oktober wurde Mohammed Ali al Shafar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten vom FEI-Tribunal für zwei Jahre gesperrt, weil im Blut seines Pferdes Oman de Cardonne ein anaboles Steroid nachgewiesen worden war. Die Probe stammt von seinem Sieg beim 160-Meilen-Rennen im Februar in Al Wathba (Abu Dhabi).

          Bei diesem Wettbewerb anwesend war auch Scheich Mohammed bin Rashid al Maktoum, Herrscher von Dubai, Weltmeister und Drahtzieher im Distanzreiten, und Hayas Ehemann. Die jordanische Prinzessin hat zwar jüngst in einer Erklärung an die nationalen Verbände betont, sie habe den Distanzsport betreffende Entscheidungen stets an ihre Vizepräsidenten delegiert. Sie hat allerdings, vom Interessens- und Loyalitätskonflikt gelähmt, auch nichts gegen die alarmierenden Entwicklungen in diesem Sport getan.

          „Weltweites Bewusstsein für das Problem“

          Beklagt werden eine abnorme Zahl von Dopingfällen, die zum großen Teil auf das Konto von Reitern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Qatar und Bahrein gehen, schwere Verletzungen der Pferde, besonders Ermüdungsbrüche, und Manipulationen während der Wettkämpfe, besonders Abkürzungen, Korruption und aggressives Abdrängen von Kontrolleuren während der Ruhephasen. Unter dem Druck der Kritiker beraumte Haya für den 23. Oktober ein Einladungs-Seminar an, an dem auch der deutsche Präsident des Europäischen Verbandes, Hanfried Haring, teilnahm.

          In einer Erklärung stellte der stets vorsichtig agierende Deutsche immerhin ein „weltweites Bewusstsein für das Problem“ fest. Als erste Vorschläge nannten die Europäer eine Überwachung von Distanzpferden auch außerhalb der Wettkämpfe, schärfere Qualifikationskriterien, die in Zukunft verhindern sollen, dass Reiter auf ihnen unbekannten Pferden zu Championaten starten, und längere Erholungszeiten für die Tiere.

          Am Mittwoch wird die von Haya eingesetzte, nicht ganz unabhängige Strategiekommission den Dialog mit den Nationen suchen. Im Februar soll eine Konferenz zum Thema Distanzreiten stattfinden. Allzu brüskierend will allerdings niemand mit den arabischen Reitern umgehen – sie könnten sonst ihr Geld nehmen und ihre Rennen künftig ohne die FEI austragen.

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