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Handball : Moderator und Gestalter

  • -Aktualisiert am

Oberster Handballer: Bernhard Bauer führt den DHB Bild: dpa

Bernhard Bauer ist neuer Präsident des Deutschen Handballbunds. Mit ihm dürfte ein Stilwechsel verbunden sein. Der zweite Hoffnungsträger heißt Hanning.

          2 Min.

          Bewegt waren sie beide. Der scheidende und der neue Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB). Ulrich Strombach rang am Samstag sichtlich mit den Tränen, als er beim 31. DHB-Bundestag seinen letzten Bericht verlesen hatte. 15 Jahre hatte der Gummersbacher Jurist an der Spitze gestanden. Nur Bernhard Thiele (1972 bis 1989) dirigierte den größten Handballverband der Welt länger, weshalb der 69-jährige Strombach nun den Titel „Ehrenpräsident“ tragen darf. „Ich bin wirklich gerührt“, sagte der neue Amtsinhaber Bernhard Bauer, als ihn die 112 Delegierten in einem Hotel am Düsseldorfer Flughafen einstimmig gewählt hatten.

          Mit Bauer dürfte ein Stilwechsel verbunden sein. Während Strombach die Landesverbände in den vergangenen Jahren durch Soli verärgert hatte, hat sich der Jurist aus Neckarsulm die Kooperation und Kommunikation mit den Funktionären aus den Landesverbänden und aus den beiden Profiligen auf die Fahnen geschrieben. Bauer, der von 2002 bis 2008 den Handballverband Württemberg führte, genießt einen ausgezeichneten Ruf als Moderator und Gestalter. „Es ist ein Aufbruch“, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Bauer sei sicher „der geeignetste Nachfolger“ für Strombach, sagt DHB-Manager Heiner Brand. „Bauer kann ein sehr guter Präsident werden.“

          Der neue Präsident verfügt über den nötigen „Stallgeruch“. In seiner aktiven Karriere hütete der heute 62-Jährige auf Bundesliga-Niveau das Tor der TSG Oßweil, in Neuhausen und bei Frisch Auf Göppingen. Danach startete der Jurist eine Karriere als politischer Beamter. Nach Stationen im Regierungspräsidium Stuttgart (Leiter der Stabsstelle) und im Staatsministerium von Baden-Württemberg (Referatsleiter für Umwelt und Naturschutz, später Leiter Internationale Angelegenheiten, Europapolitik und Protokoll), wirkte er zuletzt als Amtschef im baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerium. Hier stand der Spitzenbeamte während der Debatte um das Bahn-Projekt „Stuttgart 21“ im Rampenlicht.

          Zweiter Hoffnungsträger Hanning

          Zweiter großer Hoffnungsträger im DHB ist Robert Hanning, der Manager des Bundesligaklubs Füchse Berlin, der für die nächsten vier Jahre als Vizepräsident Leistungssport für die Nationalmannschaften verantwortlich sein wird. Die Krise der Männer-Nationalmannschaft, die im Sommer erstmals in einer EM-Qualifikation scheiterte, gilt schließlich als größte Baustelle des neuen Präsidiums. Man will unbedingt an die Erfolge des WM-Titels von 2007 anknüpfen. Hanning ist ambitioniert. Der 45-Jährige hat den Olympiasieg bei den Spielen 2020 in Tokio als Ziel ausgegeben.

          Bauer und Hanning wollen das Hauptamt im DHB stärken, einen Generalsekretär einstellen, der auch das brachliegende Marketing ankurbeln soll. Bedarf zur Erneuerung gibt es auch an anderer Stelle. Die neue Führungsmannschaft will den Handball wieder stärker in die Schulen tragen und die über Jahre karge Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Zudem besaß der DHB zuletzt keinerlei Einfluss mehr in der Europäischen Handball-Föderation (EHF) und in der Internationalen Handball-Föderation (IHF). Bauer erklärte, auch diese Aufgabe „mit Demut“ angehen zu wollen. Das wäre, da der DHB in der Welt des Handballs als arrogant wahrgenommen wurde, ein neuer Stil auch in der DHB-Außenpolitik.

          Erik Eggers

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