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Eisschnelllauf : Große oder keiner

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Matthias Große: „Entweder gibt es dann den Präsidenten Matthias Große oder nicht“. Bild: dpa

Der kommissarische DESG-Präsident Große benennt seine Kandidaten für den Vorstand. Widersacher hat der Pechstein-Freund bereits aussortiert. Die Chefin von Transparency Deutschland übt harte Kritik.

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          Matthias Große, kommissarischer Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), hat acht Tage vor den Präsidiumswahlen des Verbandes seine Kandidaten für den Vorstand bekannt gegeben. Gert Oestreich (Dresden/Eisschnelllauf) und Harald Löffler (Oberstdorf/Shorttrack) kandidieren als Vize-Präsidenten, Marina Wunderlich (Berlin) soll Schatzmeisterin werden. Der bisherige Schatzmeister Dieter Wallisch wird nicht mehr kandidieren, bleibt aber in ehrenamtlicher Funktion dem Verband erhalten.

          Die Mitgliederversammlung am 19. September in Frankfurt muss nun entscheiden, ob nach der Präsidentenwahl die Kandidaten im Block gewählt werden. Sie findet satzungsgemäß unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Das ist meine letzte Pressekonferenz als kommissarischer Präsident. Entweder gibt es dann den Präsidenten Matthias Große oder nicht“, sagte Große am Freitag in Berlin. 

          „Es gab keinen Verband mehr. Es gab eine Führung, die sich so weit entfernt hatte von den Mitgliedern, von den Sportlern und den Landesverbänden“, kritisierte Große am Freitag in Berlin die Verantwortlichen für die Misere der vergangenen Jahre. Sportdirektor Matthias Kulik und Bundestrainer Erik Bouwman hatten in den zurückliegenden Wochen ihre Kündigungen erhalten. Zu den Veränderungen im Verband unter Große gehört auch, dass die DESG-Geschäftsstelle von München nach Berlin verlegt wird. „Wir brauchen eine Geschäftsstelle im Zentrum der Macht. Das ist Berlin“, sagte Große, der nach eigener Aussage bundesweit breite Unterstützung für die Entscheidung erfuhr. Inzell werde der „neue sportliche Hotspot“.

          Große, Lebenspartner der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, war am 18. Juni von den Vorstandsmitgliedern Uwe Rietzke und Dieter Wallisch zum kommissarischen Präsidenten ernannt worden. Der Berliner Immobilienmakler verspricht für den Fall seiner Wahl eine finanzielle Konsolidierung des klammen Verbandes und hat bereits einen neuen Hauptsponsor präsentiert. Auf die Kritik, dass neues Geld nur fließe, wenn er gewählt werde, meinte Große: „Etwas Gutes zu tun zum Beispiel für den Jugendbereich ist keine Erpressung, sondern eine Wohltat. Wer das nicht verstehen will, kann mit uns gerne darüber diskutieren.“

          Kritik von Sylvia Schenk

          Sylvia Schenk, Sportexpertin von Transparency Deutschland, kritisierte die Haltung von Große. „Wer wie Matthias Große im Spiegel-Interview den Eindruck erweckt, ein deutscher Sportverband sei käuflich und man müsse nur genug Leuten Pöstchen geben, damit ihn alle wählen, untergräbt die demokratische Struktur im deutschen Sport“, so Schenk. Auch sorge die Tatsache, dass der Präsident zugleich Lebensgefährte der bekanntesten Athletin ist, für Probleme, so Schenk. „Good Governance ist ein ausdrückliches Kriterium für die Spitzensportförderung des Bundes - dieses offensichtliche Defizit an Führungskultur sollte Anlass für eine Überprüfung der Mittelvergabe an die DESG sein“, meinte Schenk.

          Große ist auch im Verband sehr umstritten, Kritiker hat er aber bereits aussortiert. Derzeit bekomme er deshalb nur noch von einer Person Gegenwind: „Schönen Gruß an Moritz Geisreiter“. Der Athletenvertreter der DESG hatte Große in der Vergangenheit mehrfach dafür kritisiert, dass er im Verband zu sehr spalte und zu wenig integrativ wirke.

          Unterstützung erfährt Große dagegen von Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der am kommenden Samstag im Hotel Lindner in Frankfurt/Main auf der Versammlung Grußworte sprechen wird. Einen Gegenkandidaten für Große gibt es bislang nicht.

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