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Wildcard für Qatar : Deutsche Handballer fahren doch zur WM

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Zähes Ringen: So wie der Pole Bartosz Jurecki (l.) und der Deutsche Patrick Wiencek haben sich auch ihre Teams bekämpft Bild: dpa

Freudige Überraschung: Durch eine Entscheidung am Grünen Tisch fährt die DHB-Auswahl 2015 doch zur WM in Qatar. In der regulären Ausscheidung war sie noch an Polen gescheitert.

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          Was für ein Paukenschlag: Die deutschen Handballer fahren dank einer Wildcard doch noch 2015 zur WM nach Qatar. Gut drei Wochen nach der verpassten Qualifikation entschied der Rat des Weltverbandes IHF am Dienstag in Zagreb, der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) den vakanten Platz von Ozeanien zu geben. „Wir sind sehr stolz und glücklich, es über den zweiten Bildungsweg doch zur WM nach Qatar geschafft zu haben“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

          Der DHB profitiert davon, dass derzeit Ozeanien keinen von der IHF anerkannten Kontinentalverband hat. Den freien Startplatz nimmt nun die DHB-Auswahl als bestes Team der WM 2013 in Spanien ein, das sich nicht regulär für Qatar qualifiziert hat. Unter dem bisherigen Bundestrainer Martin Heuberger war das Team im Viertelfinale am späteren Titelträger Spanien gescheitert und Fünfter geworden. In den Play-offs für die WM 2015 hatte die DHB-Auswahl mit 24:25 und 27:28 gegen Polen verloren und dadurch ursprünglich das Turnier vom 15. Januar bis zum 1. Februar verpasst. Der auslaufende Bundestrainer-Vertrag von Heuberger war daraufhin nicht verlängert worden.

          „Wir sind wieder wer“

          „Es liegt jetzt an uns zu beweisen, dass wir ein würdiger Teilnehmer der WM in Qatar sind“, erklärte DHB-Präsident Bernhard Bauer. Die Auslosung der Vorrundengruppen für die WM findet am 20. Juli in Doha statt. „Nicht zu glauben. Wir sind dabei. #katar2015 wir kommen. Wir sind wieder wer. Back in Business“, twitterte der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar, der zuletzt als lautstarker Kritiker von Martin Heuberger aufgetreten war.

          Die nachträgliche Zulassung für das Turnier in Qatars Hauptstadt Doha durch die Entscheidung am Grünen Tisch war Rechtsaußen Patrick Groetzki zunächst nicht ganz geheuer. „Irgendwie ein komisches Gefühl auf so eine Art und Weise qualifiziert zu sein. Aber auch einfach ne tolle Chance für uns ALLE!!!“, schrieb der Profi von den Rhein-Neckar Löwen im Kurznachrichtendienst Twitter.

          „Keine Lex Deutschland“

          Die unerwartete IHF-Entscheidung beschert dem noch nicht gefundenen Nachfolger von Heuberger als Bundestrainer und dem neuen DHB-Generalsekretär Mark Schober einen leichteren Einstand in ihre Aufgaben. Für den DHB ist die Situation nicht neu. Die Frauen-Auswahl hatte - ebenfalls gegen Polen - die Qualifikation für die WM 2005 in Russland verpasst. Weil aber Taiwan seine Teilnahme zurückzog, rückte die DHB-Auswahl nach und wurde in St. Petersburg Sechste. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass der Rat eine solche Entscheidung getroffen hat“, sagte Bob Hanning nun zum neuerlichen Glücksfall und betonte: „Dies ist keine Lex Deutschland, die Qualifikation liegt im Bereich der IHF und folgt ihren Regularien. Warum sollte sich sonst auch ein Weltmeister für Olympische Spiele qualifizieren, wenn eine Plazierung bei einer WM keine Rolle spielen würde.“

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