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Schwimm-WM in Kasan : Ledecky schon im Vorlauf mit Weltrekord

  • Aktualisiert am

Ziemlich schnell schon im Vorlauf: Katie Ledecky schwimmt Weltrekord. Bild: AFP

Nur zwei von neun deutschen Schwimmern überstehen bei der WM die Vorläufe – trotz einiger persönlicher Bestzeiten. Katie Ledecky gelingt ein Weltrekord. Und Sun Yang ist ziemlich verärgert.

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          Neben Medaillenhoffnung Paul Biedermann hat nur Rückenschwimmer Jan-Philip Glania am Montagmorgen die WM-Vorläufe überstanden. Für sieben andere deutsche Schwimmer kamen hingegen nicht eine Runde weiter - trotz einiger persönlicher Bestzeiten. In ganz anderen Dimensionen schwamm Katie Ledecky – die Amerikanerin verbesserte über 1500 Meter Freistil den eigenen Weltrekord. Die Vorläufe des Montags im Überblick:

          100 Meter Rücken, Frauen: Lisa Graf steigerte ihre Zeit der deutschen Meisterschaften, Jenny Mensing blieb knapp drüber. Beide verpassten als 19. und 21. das Halbfinale am Abend. „Ziel war Bestzeit und in die WM zu starten, das habe ich geschafft“, sagte Graf. Sie hofft wie Mensing auf die 200 Meter. „Ich werde alles dafür tun, dass ich dann explodiere“, kündigte Mensing an.

          100 Meter Rücken, Männer: Der EM-Dritte Jan-Philip Glania kam in guten 53,78 Sekunden auf Platz zehn weiter, obwohl er wegen seines Zahnmedizinstudiums nur „ein Drittel vom dem trainiert habe, was ich letztes Jahr gemacht habe“. Seine Zeit war vier Zehntel schneller als bei der EM. „Ich bin frisch, motiviert und habe wieder Spaß am Schwimmen.“ Er könne ohne Druck einige ärgern, sagte Glania. In 54,35 schied hingegen Christian Diener als Halbfinal-24. aus.

          200 Meter Freistil, Männer: Paul Biedermann überzeugte in 1:46,20 als Gesamt-Dritter, auch danach hatte es der Weltjahresbeste eilig. „Ich brauche immer einen Wettkampf um reinzukommen und das waren diese 100 Kraul gestern und jetzt hoffe ich auf ein gutes Semifinale“, sagte er und verabschiedete sich fix aus der Interview-Zone. Clemens Rapp hingegen verpasste nach seinem Final-Einzug über 400 Meter das Halbfinale als 21. in 1:48,20.

          Auch die deutsche Medaillenhoffnung Paul Biedermann enttäuscht nicht.
          Auch die deutsche Medaillenhoffnung Paul Biedermann enttäuscht nicht. : Bild: dpa

          1500 Meter Freistil, Frauen: Beide deutschen Frauen verpassten beim Weltrekord von US-Girl Katie Ledecky das Finale, Leonie Beck und auch Freiwasser-Teamweltmeisterin Isabelle Härle blieben über ihre Zeiten der deutschen Meisterschaften. „Schlecht, mehr kann man dazu nicht sagen“, meinte Beck. Der Würzburgerin fehlten 1,72 Sekunden zum Finale. Ledecky verbesserte am Morgen nach dem WM-Sieg über 400 Meter ihren ein Jahr alten Weltrekord über die Marathon-Distanz im Becken auf 15:27,71 Minuten.

          Chinas Weltmeister Sun Yang hat sich derweil nach seinem Sieg über 400 Meter Freistil verärgert über Doping-Fragen gezeigt. Der 23-Jährige war rückwirkend von seinem Verband auf Druck des Weltverbandes Fina für drei Monate gesperrt worden, weil in seinem Körper das verbotene Stimulanz Trimetazidin gefunden worden war. Bekanntgeworden war die Sperre erst im vergangenen November, nachdem Sun Yang bei den Asienspielen siegreich antreten durfte.

          „Es gibt keinen Grund an unseren Leistungen zu zweifeln“: Sun Yang
          „Es gibt keinen Grund an unseren Leistungen zu zweifeln“: Sun Yang : Bild: AFP

          „Ich kann nicht verstehen, warum die Medien daraus so ein Thema machen. Es gibt keinen Grund an unseren Leistungen zu zweifeln. Das ist respektlos“, sagte Sun Yang nach seinem Sieg. „Wir Athleten arbeiten sehr hart und manchmal sind wir verletzt und nehmen Sachen, die wir nicht kennen. Manchmal machen wir Fehler. Behandelt uns nicht als den Feind“, fügte er laut Übersetzung auf eine entsprechende Frage hinzu. Der Olympiasieger will bei dieser WM als erster Schwimmer alle Freistil-Strecken von 200 bis 1500 Meter gewinnen.

          Auch Gastgeber Russland steht nach etwa zwei Dutzend bekannt gewordener Dopingfälle in den vergangenen Jahren unter besonderer Beobachtung. Prominentester Fall war Weltmeisterin Julia Jefimowa, die Ende Oktober 2013 positiv auf das anabole Steroid Dehydroepiandrosteron getestet worden war. Sie wurde für 16 Monate gesperrt. Am Montag sprang sie über 100 Meter Brust ins Wasser. Der Weltverband hatte auch gegen Südkoreas Olympiasieger Park Tae Hwan in diesem März wegen der Verwendung von Testosteron eine 18-monatige Sperre verkündet. Die Suspendierung gilt rückwirkend von September 2014 bis März 2016.

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