Gefahr beim Segeln :
Unbeherrschbare Ungetüme

Von
Michael Ashelm
Lesezeit:
Symbol des Schreckens: Der auseinandergebrochene Katamaran vor der Golden Gate Bridge, unter dem Andrew Simpson ertrank
Symbol des Schreckens: Der auseinandergebrochene Katamaran vor der Golden Gate Bridge, unter dem Andrew Simpson ertrankAP

Der America’s Cup wollte eine große Show bieten, doch der Tod des Seglers Andrew Simpson hinterlässt Ratlosigkeit. Die riesigen Katamarane sind noch nicht ausgereift. Ein deutsches Nachwuchsteam will das Risiko nicht eingehen.

Der deutsche Segelstar Jochen Schümann erhielt die Nachricht vom tragischen Tod seines britischen Sportsfreundes Andrew Simpson beim Training mit seiner Crew in Valencia. Dort bereitet er sich gerade auf der 100-Fuß-Einrumpfyacht „Esimit Europa 2“ für die Kieler Woche und das Fastnet Race vor. „Ich bin erschüttert und kann eigentlich gar nichts dazu sagen. Gerade, weil wir Andrew alle gut kannten“, erzählt er am Telefon. Doch der 58 Jahre alte Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner macht sich seine Gedanken über die Gründe des schrecklichen Unfalls, der die Segelwelt seit Ende dieser Woche so sehr bewegt. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, sagt Schümann, „aber solche Dinge sind meistens kein Zufall. Jetzt kam es schon bei zwei von vier Booten, die beim Cup mitmachen, zum Crash. Das sind fünfzig Prozent der Teilnehmer. Und immer geschah es im Training, beim Geradeausfahren. Ich will mir gar nicht ausmalen, was erst im harten Zweikampf bei den richtigen Wettfahrten los ist, wenn sich die Teams erst richtig beharken.“

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