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Davis Cup : Deutschland bezwingt Argentinien 3:0

  • Aktualisiert am

Davis-Cup-Atmosphäre: Jan-Lennard Struff feiert seinen Sieg mit der deutschen Flagge. Bild: Reuters

Der Auftakt ist gelungen: Beim Davis Cup im neuen Turniermodus sichert sich das deutsche Tennis-Team den Sieg gegen Argentinien bereits nach den Einzeln. Für Ärger sorgt derweil das kanadische Team.

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          Nach dem perfekten Start in die Davis-Cup-Endrunde wollen Deutschlands Tennis-Herren in Madrid weiter für Furore sorgen. „Wir wollen Erster werden“, kündigten Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber unisono nach ihren Einzelerfolgen gegen Argentinien an, durch die der Auftaktsieg gegen die favorisierten Südamerikaner am Mittwoch bereits frühzeitig feststand. Auch ohne ihren Spitzenspieler Alexander Zverev machte die Auswahl von Teamchef Michael Kohlmann so einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale.

          Nachdem Kohlschreiber in der ersten Partie gegen Guido Pella 1:6, 6:3, 6:4 gewonnen hatte, holte Struff im Spitzenduell gegen Diego Schwartzman den entscheidenden zweiten Punkt. Die deutsche Nummer eins setzte sich nach einer starken Leistung 6:3, 7:6 (10:8) durch. Das anschließende Doppel mit Kevin Krawietz und Andreas Mies hatte für den Ausgang der Partie daher keine Bedeutung mehr, wurde aber ebenfalls gewonnen. Die French-Open-Sieger setzten sich 6:7 (4:7), 7:6 (7:2), 7:6 (20:18) gegen Maximo Gonzalez/Leonardo Mayer durch. Nach 3:18 Stunden nutzte das deutsche Duo seinen achten Matchball. „Das ist unglaublich. Mir fehlen die Worte“, sagte Mies nach der packenden Partie, in der die beiden Deutschen einen Rekord aufstellten. Noch nie in der Geschichte des Davis Cups war im Doppel ein Tiebreak länger als der im dritten Satz.

          Nach der starken Vorstellung gegen Argentinien gehen die Deutschen nun voller Selbstvertrauen in das zweite Gruppenspiel gegen Chile an diesem Donnerstag (11.00 Uhr/DAZN). Für das Weiterkommen reicht aber bereits ein Matchgewinn für den Gruppensieg und den Einzug in die K.o.-Runde. „Auf einen Punkt oder so zu spielen, das mag ich nicht. Wir wollen gewinnen und Erster werden“, sagte Struff. Auch Kohlmann will das nicht. „Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Wenn wir nur ein paar Prozente weniger geben, werden wir gegen Chile Probleme bekommen“, sagte der deutsche Teamchef. Chile hatte zum Auftakt gegen Argentinien 0:3 verloren.

          Überraschende Einzelsiege

          Im deutschen Spiel gegen Argentinien gewann Kohlschreiber etwas überraschend zum Auftakt gegen Pella. Nach einem für ihn sehr komplizierten Jahr mit vielen Verletzungen tat dem 36 Jahre alten Augsburger der Erfolg besonders gut. „Ich habe schlecht angefangen, mich dann aber gesteigert. Ich habe schon die vergangenen drei, vier Wochen im Training gut gespielt. Schön, dass ich das heute umsetzen konnte“, sagte der Routinier, der nach seinem Erfolg Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker erleichtert um den Hals fiel. Kohlschreiber erwischte vor lediglich rund 1500 Zuschauern im zweitgrößten Stadion der Anlage La Caja Magica einen miserablen Start und gab den ersten Satz nach vielen einfachen Fehlern bereits nach 36 Minuten ab. Doch dann steigerte sich die deutsche Nummer zwei und agierte wesentlich druckvoller. „Das war am Ende der Schlüssel.“

          Mit dem Rückenwind des ersten Punktes trumpfte dann auch Struff gegen den Weltranglisten-14. Schwartzman groß auf. Die deutsche Nummer eins ging schnell mit 3:0 in Führung und holte sich ohne Mühe den ersten Durchgang. Im zweiten Abschnitt musste Struff dann deutlich härter arbeiten, weil sich Schwartzman steigerte. Beim Stand von 5:4 vergab der Warsteiner bereits einen Matchball, ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Auch als er im Tiebreak beim Stand von 7:8 Satzball gegen sich hatte, blieb Struff ruhig. Mit dem vierten Matchball machte er den Erfolg dann perfekt. „Ich wusste, dass ich heute richtig gut spielen muss. Das ist mir gelungen“, sagte Struff. „Es war wichtig, dass ich die Ruhe bewahre.“

          Kanada schenkt Doppel ab

          Für Aufregung sorgte derweil das nicht ausgetragene Doppel zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Kanada hatte nach den beiden gewonnenen Einzeln auf das Doppel verzichtet. Die Amerikaner bekamen so einen Punkt geschenkt, der am Ende bei der Ermittlung der beiden besten Zweiten noch von Bedeutung sein kann. Neben den sechs Siegern der Dreiergruppen qualifizieren sich zwei weitere Gruppenzweite für das Viertelfinale. „Um ehrlich zu sein, sollte das nicht erlaubt sein“, sagte der Serbe Novak Djokovic am Mittwoch. Er könne zwar verstehen, dass die bereits für das Viertelfinale qualifizierten Kanadier ihre Spieler schonen wollten. „Aber ich denke, es ist nicht fair“, sagte die Nummer zwei der Welt.

          Auch der Brite Andy Murray kritisierte den Vorfall. Die Absage des Doppels habe Auswirkungen auf alle Teams, die am Ende in ihrer Gruppe Zweiter werden. „Und die Kanadier hätten danach ja zwei Tage frei gehabt“, sagte der frühere Weltranglisten-Erste. „Das war unglaublich“, sagte Deutschlands Nummer eins Jan-Lennard Struff. „So etwas geht gar nicht.“

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