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Läuferin Gesa Felicitas Krause : „Bist du wieder im Urlaub?“

  • -Aktualisiert am

Zauberwort Olympia: 2020 möchte Gesa Felicitas Krause in Japan auf dem Treppchen stehen. Bild: dpa

Gesa Felicitas Krause möchte in Berlin eine Medaille. Die Heim-EM ist aber nur eine Zwischenstation zu einem noch größeren Ziel. Auf dem Weg dahin bekommt sie manch seltsame Frage gestellt.

          Mit den Erwartungen von außen ist es immer so eine Sache. Genau wie mit den Vorstellungen, wie die Dinge laufen – im Sport wie im richtigen Leben. Gesa Felicitas Krause kann ein Liedchen davon singen. Und vielleicht mal ein Buch schreiben. Bisweilen belässt es die Hindernisläuferin bei einem Blog, in dem sie von Zeit zu Zeit ihre Gedanken fließen lässt und Einblicke in das Leben einer „professionellen Leichtathletin“ gibt. Wenn die 26-Jährige sich in Gesprächen als solche vorstellt, bekommt sie regelmäßig die gleichen Fragen zu hören. „Und was arbeitest du noch?“, gefolgt von „Machst du nebenbei ein Studium?“ und der ultimativen Sorge: „Kann man davon leben?“

          Gesa Felicitas Krause kann es, denn sie macht es einfach. Und zwar mit ziemlicher Konsequenz. Laufen ist ihre Passion. 3000 Meter Hindernis ihre Disziplin. Sie lebt für ihren Sport und auch von ihrem Sport. In jungen Jahren hat sie sich dafür entschieden, das Dasein als Läuferin so professionell wie möglich anzugehen. Der ultimativen Vorstellung folgend, dass ihr das, was sie wirklich gut kann, die größte Erfüllung gibt. Kurz probierte sie es tatsächlich mit einem Studium, stellte aber sehr bald fest, dass sie das Lernen zwischen den Laufeinheiten zeitlich nicht einrichten konnte.

          Seit 2011 ist sie nun schon Profi, da war sie gerade 19. Am Anfang kratzte sie jeden Cent zusammen. Mittlerweile läuft es besser dank einiger Sponsoren, der Sporthilfe und ihrer Absicherung als Sportsoldatin. Und seitdem verfolgte sie stets ihren großen Traum: Olympia, Zauberwort für jeden Sportler, sofern er nicht Fußball-Profi ist. Dort eine Medaille zu gewinnen ist das erklärte Ziel der jungen Frau aus Ehringshausen im Lahn-Dill-Kreis. Was zunächst mal wie eine veritable Schnapsidee klingt. Läuferinnen, die was gewinnen können, kommen die nicht alle aus Ostafrika oder Nordamerika? Denken die Leute.

          Doch was die Leute denken, interessiert die zwar stets freundliche, aber auch selbstbewusste und eigensinnige Gesa Felicitas Krause nicht wirklich. Auf ihrem Weg nach Tokio 2020 ist sie auf jeden Fall schon recht weit gekommen. Bereits 2012 schaffte sie es zum ersten Mal nach Olympia, belegte in London den achten Rang. 2015 gewann sie dann bei den Weltmeisterschaften in Peking in persönlicher Bestzeit von 9:19,25 Minuten die Bronzemedaille über 3000 Meter Hindernis. Das war nicht nur für sie ein Triumph, sondern für die gesamte deutsche Leichtathletik, denn seit 2001 hatte kein deutscher Läufer über irgendeine Strecke eine WM-Medaille gewonnen. Die kleine Gesa Krause, nur 1,67 Meter groß und 50 Kilo leicht, war schon jetzt zu einem Schwergewicht in der Szene avanciert. 2016 wurde sie Europameisterin in Amsterdam und im selben Jahr lief sie wieder bei Olympia, wurde in Rio de Janeiro Sechste. Bekannt in der Öffentlichkeit, ja sogar richtiggehend berühmt, wurde sie aber erst im Jahr danach.

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