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Handball-WM : Einen Karabatic haben die Deutschen nicht

Einer mit Durchsetzungsvermögen: Steffen Fäth braucht allerdings auch immer wieder Zuspruch. Bild: Picture-Alliance

Die Luft bei der Handball-WM wird dünner, die deutschen Gegner schwerer: Nun beginnt ein neuer Abschnitt im Turnier. Auf einen überragenden Star können die Deutschen dabei nicht setzen.

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          Didier Dinart ist ein wuchtiger Kerl, aber mit eher sanfter Stimme. Und hinter dem breiten Nacken des französischen Nationaltrainers scheint mitunter ein Schalk zu stecken. Wie jetzt die Integration des neuen Spielers vonstattengehen solle, wurde Dinart am Sonntag bei der Pressekonferenz der Equipe Tricolore gefragt. „Welcher Spieler?“, fragte er zurück, ganz wie die Unschuld vom Lande. Dabei ist dieser neue Mann kein Namenloser, sondern der Star der Handballwelt schlechthin, Nikola Karabatic, dreimaliger Welthandballer und Kapitän der Franzosen. Am Samstag war er in Berlin eingetroffen und hatte sich abends das zweite Gruppenspiel seiner Mannschaft angesehen, das 32:21 gegen Serbien. Und nun steht die große Frage im Raum, wann Karabatic die Trainingsjacke, die er bei dieser Gelegenheit schon einmal trug, gegen das Trikot tauscht. Womöglich, es wäre ja eine ganz gute Gelegenheit, am Dienstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und im ZDF) gegen die Deutschen? Monsieur Dinart legte den Kopf leicht schief, lächelte sehr unschuldig und verriet – nichts.

          Handball-WM 2019

          Wenig später saß Karabatic dann selbst im Saal des französischen Teamhotels. Es klang zuerst ziemlich forsch, als er sagte: „Ich bin nicht als Zuschauer hierhergekommen.“ Doch je länger er sprach, desto mehr bekam man das Gefühl, dass es so schnell dann doch nicht gehen würde. Im Oktober war Karabatic am linken Fuß operiert worden, ursprünglich waren sechs Monate Pause avisiert. Erst seit kurzem trainiert er wieder – mit der zweiten Mannschaft von Paris Saint-Germain. „Es gibt keinen Plan“, sagte der 34 Jahre alte Karabatic nun in Berlin. Er sei zwar fit, der Fuß in Ordnung, aber er wisse noch nicht, ob er schon wieder auf dem höchsten Niveau spielen könne. Als „Nummer 18“ sei er deshalb hier, bereit, wenn – falls – die Mannschaft ihn brauche. Er freue sich unheimlich, hier zu sein, sagte Karabatic. Aber: „Ich glaube nicht dass ich gegen Deutschland spielen werde.“

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Die ganze Wahrheit? Die halbe? Ein Bluff? Wie auch immer. Mit den Spielen gegen Frankreich am Dienstag und zuvor, am Montag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD), gegen Russland, beginnt für die Deutschen ein neuer Abschnitt bei dieser WM. Von nun an kommen die Gegner die eine oder andere Nummer größer. Und von nun an geht es auch um Punkte, die in die Hauptrunde mitgenommen werden – wichtiges Kapital, wenn später dann für die Halbfinal-Qualifikation abgerechnet wird. Manches, was dem Team von Christian Prokop bislang leichtfiel, dürfte nun ein wenig schwieriger werden. Einer wie Karabatic, keine Frage, wäre dafür immer hilfreich. „Er ist der Spieler, der er ist“, sagte Uwe Gensheimer am Sonntag, der deutsche Kapitän und Karabatics Teamkollege in Paris, „einer, der in der Abwehr und im Angriff Weltklasse-Niveau hat“.

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