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Handball-WM : Deutschlands hart erarbeitetes Halbfinal-Glück

Starker Rückhalt: Andreas Wolff im Tor der Deutschen. Bild: dpa

Das Duell mit Kroatien ist Handball hardcore. Mit Leidenschaft und Teamwork gewinnen die Deutschen ein Drama und stehen im WM-Halbfinale. Doch eine schwere Verletzung trübt die Freude.

          Bislang war diese Weltmeisterschaft beinahe ein einziges Vergnügen gewesen für die deutsche Mannschaft. Sicher, es gab die Niederschläge gegen Russland und Frankreich in der Schlussphase. Aber auch das waren Spiele, in denen die deutsche Mannschaft ohne ganz große Härten voran- und zu einem fast schon schwebenden Gefühl gekommen war. Am Montag war das anders, da zeigte sich die ganze Schwerkraft dieses Sports, heftig und schmerzhaft. Handball hardcore, konnte man sagen. Die Kroaten waren in der Defensive ein unangenehmer Gegner, wie die Mannschaft von Christian Prokop ihn noch nicht erlebt hatte bei dieser WM.

          Handball-WM 2019

          Und das war längst nicht alles. Sie musste damit zurechtkommen, dass sie nach gut acht Minuten ihren Spielmacher verlor. Martin Strobel verletzte sich schwer am Knie und musste nach minutenlanger Behandlung aus der Halle getragen werden – es stellte sich als Innenbandriss im Knie heraus, mindestens. Damit ist die WM für ihn vorbei. Das war ein schwerer Schlag, schließlich hatte Prokop ihn als sein „Gehirn“ auf dem Platz bezeichnet. Aber es war bewundernswert, wie sie damit umging und durch Leidenschaft und Teamwork tatsächlich zum 22:21-Sieg kam, der gleichbedeutend war mit dem Einzug ins Halbfinale.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Es geht also weiter in Hamburg am Freitag, das Minimalziel ist erreicht. Aber wie – es fehlte nicht viel, und die Deutschen hätten sich durch eigene Fehler und fehlende Cleverness um den Lohn ihrer Mühen gebracht. So war es ein Sieg, der in den Köpfen bleiben wird. Am Mittwoch (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-WM und in der ARD) folgt nun noch das Zwischenspiel gegen Europameister Spanien, der sich 36:24 gegen Brasilien durchgesetzt hat. Dann geht es in Hamburg um den nächsten Schritt – und mögliche Zugaben. „Das war heute eine ganz harte Prüfung“, sagte Bundestrainer Prokop, „so eine Drucksituation zu bestehen, darauf bin ich unheimlich stolz.“ Torhüter Wolff stellte den Berliner Rückraumspieler Wiede heraus: „Fabi hat ein unglaubliches Spiel gemacht, er hat wahnsinnig gespielt.“

          Am Montagabend war schon alles für die nächste beschwingte Party angerichtet. Zeit für eine Zugabe – das war auch das musikalische Motto für das Vorprogramm an diesem Abend. Die „Höhner“ waren zu Gast in der Kölner Arena, und was lag näher für die Band bei diesem Heimspiel, als auch ein paar ältere Takte anzuspielen: „Wenn nicht jetzt, wann dann“, das Lied des Handball-Winters von 2007. Auch das ein kleines Element im Drehbuch dieser Weltmeisterschaft, in dem der Heimvorteil möglichst zu Gold gemacht werden soll. Doch mit der Leichtigkeit war es schnell vorbei. Schon vor Strobels Verletzung taten sich die Deutschen schwer. Die ersten Würfe der Kroaten saßen, und deren 5-1-Deckung schmeckte Prokops Offensive überhaupt nicht.

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