https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/tote-durch-massenpanik-bei-afrika-cup-spiel-kamerun-gegen-komoren-17749586.html

Bei Kamerun gegen Komoren : Tote durch Massenpanik bei Afrika-Cup

  • Aktualisiert am

Fußballfans dicht gedrängt bei der Eröffnung des Afrika Cups am 9. Januar Bild: AFP

Ersten Angaben zufolge kommen mindestens acht Menschen ums Leben, viele werden verletzt. Offenbar bricht vor dem Spiel eine Panik aus, weil viele Besucher wegen Corona-Auflagen nicht ins Stadion dürfen.

          2 Min.

          Der erste Afrika-Cup in Kamerun seit 50 Jahren ist von einer Massenpanik mit mehreren Toten überschattet worden. Nach jüngsten Angaben kamen rund um den Einzug des Gastgebers ins Viertelfinale am Montagabend acht Menschen ums Leben, 38 weitere wurden verletzt. Ausgelöst worden sein soll die Panik vor der Partie gegen die Komoren im Stade d'Olembé in der Hauptstadt Jaunde, weil viele Menschen nicht ins Stadion kamen. Laut Zeugen schlossen Ordner die Eingangstore zum Stadion. Auf Fotos ist zu sehen, wie mehrere Menschen – auch Kinder – am Boden liegen und andere versuchen, ihnen offenbar Hilfe zu leisten.

          Den Angaben zufolge sollen 50.000 Menschen versucht haben, sich das Spiel von Kamerun gegen die Komoren (2:1) anzusehen. Ins Stadion passen 60.000 Besucher, wegen der Corona-Vorgaben durften aber nur 80 Prozent der Plätze (48.000) gefüllt werden. Für Kamerun stand auch Bundesliga-Profi Eric Maxim Choupo-Moting vom FC Bayern München auf dem Platz.

          Der afrikanische Fußballverband CAF teilte mit, man sei über den Vorfall informiert und sammele weitere Informationen. Man sei im Austausch mit der Regierung Kameruns und dem lokalen Organisationskomitee. Generalsekretär Veron Mosengo-Omba sei für einen Besuch zu Verletzten ins Krankenhaus geschickt worden. Der Weltverband FIFA sprach den Familien und Freunden der Opfer am Dienstag in einer Stellungnahme „tiefstes Beileid“ aus. Die „Gedanken und Gebete der weltweiten Fußball-Gemeinschaft“ seien bei den Opfern und Angehörigen. 

          Neues Stadion für das Viertelfinale

          Ein Viertelfinale ist in Reaktion auf das Ereignis nun in ein anderes Stadion verlegt worden. Patrice Motsepe, Präsident des Kontinentalverbandes CAF, sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz, dass das für Sonntag angesetzte Spiel im Stadion Ahmadou Ahidjo statt im Stade d'Olembé stattfinden werde. Beide Arenen liegen in der Hauptstadt Jaunde.

          Am Mittwoch teilte Patrice Motsepe, Präsident der afrikanischen Fußball-Konföderation CAF, mit, dass ein geschlossenes Stadiontor anscheinend zu der tödlichen Massenpanik führte. „Das Tor hätte offen sein müssen, sonst wären sie durchgegangen, aber aus unerklärlichen Gründen war es geschlossen“, sagte er, und fragte: „Wer hat das Tor geschlossen? Wer ist für dieses Tor verantwortlich?" 

          Kamerun ist nach 1972 erst zum zweiten Mal Gastgeber des Afrika-Cups. Schon 2019 sollte das Land in der Mitte des Kontinents Gastgeber sein, bekam das Turnier aber wieder entzogen, weil es Bedenken gab, die Stadien würden nicht geeignet sein. Ägypten richtete das Gegenstück zur Europameisterschaft damals aus.

          Gastgeber Kamerun und das Überraschungsteam aus Gambia zogen ins Viertelfinale ein. Mit Choupo-Moting gewann Kamerun gegen den mutigen Cup-Neuling Komoren mit 2:1 (1:0). Für den Favoriten und Sieger der Vorrundengruppe A trafen Lyon-Profi Toko Ekambi (29. Minute) und Vincent Aboubakar (70.). Youssouf M'Changama verkürzte nur noch (81.).

          Die Nationalmannschaft der Komoren musste nach einem Corona-Ausbruch und sieben positiv getesteten Spielern sogar ohne gelernten Torhüter antreten. Nachdem sich Stammkeeper Salim Ben Boina beim 3:2 gegen Ghana verletzt hatte, wurden auch die Ersatzleute Moyadh Ousseini und Ali Ahamada positiv auf das Coronavirus getestet. Im Tor stand daher nun Verteidiger Chaker Alhadhur. Zudem waren die Komoren nach einer frühen Roten Karte für Kapitän Nadjim Abdou (7.) fast über die gesamte Spieldauer in Unterzahl.

          Zuvor hatte Gambia durch ein 1:0 (0:0) gegen Guinea in Bafoussam als dritte Mannschaft das Viertelfinale erreicht. Den entscheidenden Treffer erzielte Musa Barrow vom Serie-A-Klub FC Bologna in der 71. Minute. Beim Verlierer Guinea stand auch der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler Ilaix Moriba von RB Leipzig in der Startelf. Als erste Mannschaften waren am Sonntag Tunesien und Burkina Faso in die Runde der besten Acht eingezogen.

          Weitere Themen

          Abschied des Gangster-Rappers

          Fußball-Transferticker : Abschied des Gangster-Rappers

          Fink verlässt Riga +++ Barca buhlt um Lewandowski +++ Tuta bleibt bei der Eintracht +++ Kampl verlängert bei RB Leipzig +++ Mainz und Köln schaffen Tatsachen +++ Alle Infos im Transferticker.

          Topmeldungen

          Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg untersagte der ukrainischen Botschaft, auf ihrer Internetseite Kämpfer anzuwerben.

          Ukraine-Liveblog : Österreich will NATO weiterhin nicht beitreten

          959 ukrainische Soldaten haben sich laut Russland in Asow-Stahlwerk ergeben +++ Großbritannien: Russland mit erheblichen Ressourcenproblemen in der Ukraine +++ Schweden und Finnland beantragen NATO-Aufnahme +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          AllesBeste
          Testberichte & Kaufberatung
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Spanischkurs
          Lernen Sie Spanisch