Im Gespräch: Trainer Helmut Groß : „Ich mag das kontrollierte Chaos“

Schneller wahrnehmen, schneller handeln: Ralf Rangnicks Berater Helmut Groß spricht im Interview über die Zukunft des Fußballs und den Einfluss der Hirnforschung.
Es war eine Fußball-Revolution, die Helmut Groß vor mehr als dreißig Jahren in der württembergischen Provinz auslöste. Während damals in Deutschland wie in Stein gemeißelt die Manndeckung galt, führte der Trainer der Verbandsligamannschaft des FC Geislingen nach den Vorbildern Ernst Happel und Walerij Lobanowski die ballorientierte Raumdeckung ein und modifizierte das System. Beim Angriff des Gegners verschoben sich die eigenen Spieler sehr weit vorne zu Grüppchen, um Druck auf den jeweils ballführenden Gegenspieler auszuüben. Der Bauingenieur, 66 Jahre alt, begründete im Südwesten eine Trainer-Philosophie von hoher Innovationskraft. Später baute er nach seinen Ideen die Nachwuchsarbeit beim VfB Stuttgart auf und förderte junge Trainerkarrieren wie die von Thomas Tuchel (Mainz) oder Markus Gisdol (Hoffenheim). Vor allem ist Groß aber der Mentor von Ralf Rangnick, dem er nach Hoffenheim und jetzt auch ins Fußballreich des Red-Bull-Konzerns folgte. In Salzburg und Leipzig schult er die Trainer, wirkt im Hintergrund auf die Spielphilosophie ein, beobachtet Entwicklungen. Groß ist den entscheidenden Parametern für das perfekte Spiel weiterhin auf der Spur.
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