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Fußball-WM 2022 : Fifa-Offizieller soll gegen Geld für Qatar gestimmt haben

  • Aktualisiert am

Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner (links) und Fifa-Chef Joseph Blatter Bild: picture-alliance / Pressefoto UL

Die Fußball-WM in Qatar ist höchst umstritten. Nun soll es Beweise geben, dass es bei der Vergabe zu Bestechung gekommen sein soll. Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner soll 1,5 Millionen Euro erhalten haben.

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          Bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Qatar ist es nach einem Bericht der englischen Tageszeitung „Daily Telegraph“ zu Bestechung gekommen. Kurz nach der Entscheidung seien etwa 1,5 Millionen Euro an den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner aus Trinidad und Tobago und dessen Familie gezahlt worden, schreibt das Blatt. Das Geld stamme von der Firma des qatarischen Fußball-Offiziellen Mohamed bin Hammam. Die Tageszeitung beruft sich dabei auf Dokumente, die das Blatt einsehen konnte.

          Warner wollte die Vorwürfe gegenüber dem „Telegraph“ nicht kommentieren. Die Fifa teilte nur mit: „Grundsätzlich können Beweismittel jeder Art über ein mögliches Fehlverhalten an die Untersuchungskammer der Fifa Ethikkommission eingereicht werden“, hieß es auf dpa-Anfrage.

          Mohamed bin Hammam
          Mohamed bin Hammam : Bild: AFP

          Wie der “Daily Telegraph“ weiter schreibt, ermittelt mittlerweile die amerikanische Bundesbehörde FBI gegen Warner, den früheren Präsidenten der Nord- und Zentralamerikanischen und karibischen Fußballkonföderation (Concacaf). Der Sohn Jack Warners sage dabei als Zeuge aus.

          Der inzwischen 71 Jahre alte Warner stand schon einmal im Mittelpunkt eines Skandals. 2006 soll er Schwarzmarkttickets für die Weltmeisterschaft in Deutschland verkauft haben. 2011 wurde er wegen des Verdachts, gegen den Fifa-Ethikcode verstoßen zu haben, vorübergehend suspendiert und trat später zurück. Damals soll Warner versucht haben, bei einem Treffen der Karibischen Fußball-Union Stimmen zu kaufen für die Wahl des Fifa-Präsidenten. Der Kandidat, für den Warner Zustimmung suchte hieß - Mohamed bin Hammam.

          Die Vergabe der WM nach Qatar ist bei Fans und Offiziellen hoch umstritten. Aufgrund der hohen Temperaturen wird über eine Verlegung des Turniers in den Winter diskutiert. Vor allem in England gibt es Widerstand gegen diese Pläne. Die Premier League kennt keine Winterpause. Durch eine Verlegung der WM müsste sie den Spielbetrieb lange einstellen. Qatar und sein Fußballverband haben Gerüchte und Spekulationen über Korruption im Vergabeverfahren stets zurückgewiesen.

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