https://www.faz.net/-gtl-83pec

3:2 gegen Dnjepropetrowsk : Sevilla gewinnt furioses Europa-League-Finale

  • Aktualisiert am

2006, 2007, 2014 und 2015: Schon zum vierten Mal gewinnt Sevilla den Europapokal Bild: Reuters

Dnjepropetrowsk gegen Sevilla klingt nicht nach ganz großem Fußball. Das Finale der Europa League ist aber genau das. Am Ende holen die Spanier den Titel – und erhalten eine Extrabelohnung für den Sieg.

          2 Min.

          Dank Carlos Bacca haben die Offensivkünstler des FC Sevilla das historische Titel-Double in der Europa League perfekt gemacht. Die Spanier gewannen am Mittwochabend in Warschau ein intensives und gutklassiges Finale gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk mit 3:2 (2:2) und wiederholten als erster Klub ihren Vorjahressieg im kleineren europäischen Fußball-Vereinswettbewerb.

          Der Pole Grzegorz Krychowiak (28.) und der kolumbianische Torjäger Bacca (31./73.) erzielten vor 45.000 Zuschauer im Nationalstadion die Tore für Sevilla, das für den insgesamt vierten Europacup-Triumph nach 2006, 2007 und 2014 erstmals nach einer Modusänderung auch mit einem Platz in der Champions League belohnt wird.

          Nikola Kalinic (7.) und Ruslan Rotan (44.) waren für Dnjepr erfolgreich, das sechs Jahre nach dem Uefa-Pokal-Sieg von Schachtjor Donezk den ganz großen Wurf für einen Klub aus der kriegsgeplagten Ukraine knapp verpasste.

          Europa-League : Sevilla wird Europa-League-Sieger

          „Ich möchte diesen Titel Gott und meiner Familie in Kolumbien widmen. Dieser Triumph ist einzigartig und ich möchte ihn genießen. Ich freue  mich, dass ich der Mannschaft mit zwei Toren helfen konnte“, sagte Doppel-Torschütze Bacca. „Wir sind Champions - das ist einmalig. Ein wundervoller Moment“, schwärmte Sevillas Torschütze Krychowiak, der einzige Pole auf dem Rasen, im TV-Sender Kabel 1.

          Rutschend ins Glück: Sevilla gewinnt die Europa League Bilderstrecke
          Rutschend ins Glück: Sevilla gewinnt die Europa League :

          Der als Favorit ins Spiel gegangene FC Sevilla wollte von Beginn an seine offensiven Stärken auszuspielen, ließ sich aber schon in der siebten Minute gleich beim ersten Konter der Ukrainer überrumpeln. Dnjeprs bester Europa-League-Schütze Kalinic entwischte in der Sturmmitte seinen Bewachern und köpfte eine Flanke des Brasilianers Matheus ungehindert ein. Die Mannschaft von Coach Miron Markewitsch machte nicht nur in dieser Szene deutlich, dass sie trotz aller Defensivqualitäten gewillt war mitzuspielen.

          Der vierte Treffer des Kroaten im laufenden Wettbewerb schockte den Tabellen-Fünften der Primera Division aber nur kurz. Denn die Andalusier, die auf dem Weg ins Finale unter anderem Borussia Mönchengladbach ausgeschaltet hatten, diktierten bald wieder das Geschehen, machten aber zunächst wenig aus ihrer Überlegenheit.

          In der 24. Minute war Torhüter Denis Boiko bei einem Kopfball von Krychowiak auf dem Posten und klärte reaktionsschnell zur Ecke (24.). Der Favorit erhöhte nun den Druck auf das Tor der Ukrainer und wurde mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten belohnt.

          Erst traf Krychowiak, der einzige Pole auf dem Rasen, mit einem platzierten Schuss aus 15 Metern. Dann lief Carlos Bacca nach einem Musterpass von Reyes allen Widersachern auf und davon, umkurvte auch noch Boiko und schob zum 2:1 für das Team von Unai Emery ein. Die mögliche Vorentscheidung vor der Pause verpasste Aleix Vidal, dessen Schuss von der Strafraumgrenze haarscharf über das Tor flog (42.).

          Statt 3:1 hieß es nach turbulenten ersten 45 Minuten plötzlich 2:2. Mit einem 20-Meter-Freistoß fast aus dem Stand überlistete Dnjepr-Kapitän Rotan kurz vor der Pause nicht nur Sevillas Mauer, sondern auch den schlecht postierten Torhüter Sergio Rico.

          In den zweiten 45 Minuten war die Begegnung nicht mehr so mitreißend, weil beide Mannschaften kein so hohes Risiko mehr gingen. Aus einer eigentlich bereits geklärten Situation entwickelte sich 17 Minuten vor dem Ende das Siegtor für die Andalusier. Vitolo leitete den zu kurz abgewehrten Ball gedankenschnell weiter auf Bacca, der den Sieg mit seinem siebten Tor im Wettbewerb sicherstellte. Daran änderte auch die Einwechslung von Jewgeni Selesnjow, der für Dnjepr beide Tore im Halbfinale gegen Neapel erzielt hatte, nichts mehr.

          Dnjepr Dnjepropetrowsk - FC Sevilla 2:3 (2:2)

          Dnjepr Dnjepropetrowsk: Boiko - Fedezki, Douglas, Tscheberjatschko, Léo Matos - Kankawa (85. Schachow), Fedortschuk (68. Besus) - Matheus, Rotan, Konoplijanka - Kalinic (78. Selesnjow)
          FC Sevilla: Rico - Vidal, Daniel Carriço, Kolodziejczak, Trémoulinas - Mbia, Krychowiak - Reyes (58. Coke), Banega (89. Iborra), Vitolo - Bacca (82. Gameiro)
          Schiedsrichter: Atkinson (England)
          Zuschauer: 45.000
          Tore: 1:0 Kalinic (7.), 1:1 Krychowiak (28.), 1:2 Bacca (31.), 2:2 Rotan (44.), 2:3 Bacca (73.)
          Gelbe Karten: Besus, Kalinic, Kankawa, Léo Mato

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Airbus der Lufthansa landet im November 2020 auf dem Berliner Flughafen Tegel.

          Klimaschutz : Rettet die Inlandsflüge

          Ein Verbot von Inlandsflügen, wie es zuletzt in Frankreich beschlossen wurde, ist der falsche Weg zum Klimaschutz. Es gibt andere, bessere Möglichkeiten.
          Wichtiger Wert: Wie viele Covid-Kranke auf  Intensivstationen liegen.

          Kennwerte der Corona-Pandemie : Neue Zahl, neues Glück?

          Die Zahl der Neuinfektionen bestimmte in den vergangenen Monaten den Alltag. Damit soll nun Schluss sein. Doch die neuen Pläne der Regierung gehen Wissenschaftlern nicht weit genug – denn Entscheidendes wurde in Deutschland versäumt.
          Am 18. Juni in Teheran: Ebrahim Raissi winkt den Medien zu, nachdem er seine Stimme in einem Wahllokal abgegeben hat. Die Wahl gewann er.

          Irans neuer Präsident : Schlächter und Schneeflocke

          Nächste Woche tritt Ebrahim Raissi sein Amt als iranischer Präsident an. Mit ihm zerbricht der Mythos vom reformfähigen Regime. Weiß der Westen, mit wem er es zu tun bekommt? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.