Provokationen in Wolfsburg :
Das Vorbild Max Kruse

Christopher Meltzer
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Max Kruse auf dem Feld seines Arbeitgebers in Wolfsburg
Max Kruse auf dem Feld seines Arbeitgebers in Wolfsburgdpa

Warum sollte man Max Kruse, einen Profi von gestern, so sehen? Weil er sich in seiner Karriere der Logik der Leistungsgesellschaft widersetzte. Und sein Talent nicht ausschöpfte.

­Als Fußballspieler ist Max Kruse das Vorbild, das wir in unserer kapitalistischen Ge­sellschaft brauchen.

Warten Sie, liebe Leserinnen und Leser, lesen Sie weiter – und falls Sie im Taxi sitzen sollten, lassen Sie vor Schreck nicht 75.000 Euro liegen. So wie Kruse 2015. Wir können den ersten Satz wirklich erklären. So wie Kruse 2013, als er seinen Maserati in Tarnfarben lackieren ließ („Mir gefällt es“).

Und wir glauben dafür auch ein gutes Argument zu haben. So wie Kruse 2022, als er wegen eines Vertragsangebots aus Wolfsburg („langfristig und hoch dotiert“) in der Winterpause den Verein wechselte.

Jetzt, da man Kruse dort nicht mehr mitspielen lässt, provoziert er seinen Arbeitgeber ständig. Warum soll so einer ein Vorbild sein? Weil Kruse sich in seiner Karriere der Logik der Leistungsgesellschaft widersetzte.

Mit seinem Talent hätte er Saison für Saison in der Champions League spielen können – und machte das doch nur neun Mal. Er wollte sich die Lust am Leben nicht nehmen lassen.

Und so kann man Max Kruse ein Kompliment machen, das für die meisten Fußballer kein Kompliment ist: Er ist nicht geworden, was er hätte sein können.

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