https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/bleibt-stuermerstar-erling-haaland-bei-borussia-dortmund-17704748.html

Zukunft von Bundesligastar : Dortmund und der 2,50-Euro-Plan mit Haaland

  • Aktualisiert am

Wie lange spielt Erling Haaland noch bei Borussia Dortmund? Bild: AFP

Vor der Winterpause schob der Stürmerstar Frust. Nun stellt sich die Frage, wie lange Erling Haaland noch in Dortmund bleibt. Dank einer Ausstiegsklausel kann er gehen. Die Entscheidung naht.

          2 Min.

          Der Frust über das missratene Hinrundenende seines Dortmunder Teams scheint verflogen. „Winterpause bedeutet für mich: Familie, Dankbarkeit und meinem Körper die Ruhe und Erholung zu geben, die er verdient“, teilte der lächelnde Erling Haaland via Instagram über die Weihnachtstage aus seiner norwegischen Heimat mit. Doch spätestens nach dem Trainingsstart der Borussia am 3. Januar dürfte es mit der Beschaulichkeit vorbei sein. Neben dem anspruchsvollen Auftaktprogramm mit Spielen gegen die Top-Sechs-Teams aus Frankfurt, Freiburg, Hoffenheim und Leverkusen stehen für den 21 Jahre alten Torjäger wegweisende Gespräche über seine Zukunft an.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Weil der BVB frühe Planungssicherheit anstrebt, soll es bereits im Januar zu Verhandlungen mit Haaland-Vater Alf-Inge und Berater Mino Raiola kommen. „Wir werden bemüht sein, es nicht erst im März oder April zu wissen“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

          Die schnelle Flucht von Haaland in die Kabine nur 30 Sekunden nach dem bitteren 2:3 des BVB in Berlin am Ende der Hinrunde werteten viele Beobachter als Zeichen für einen baldigen Abschied. Schließlich hat der BVB binnen weniger Wochen in der Fußball-Champions-League den Achtelfinal-Einzug verpasst und wohl auch die Meisterschaft bei nunmehr neun Punkten Abstand auf Tabellenführer FC Bayern verspielt. Viel spricht deshalb dafür, dass der für seinen großen Titelhunger bekannte Haaland von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch macht und den Revierklub trotz seines bis Mitte 2024 datierten Vertrages für eine kolportierte Ablöse von 75 Millionen Euro schon in diesem Sommer verlässt.

          An möglichen Abnehmern mangelt es nicht. So ist laut Watzke das große Interesse des spanischen Rekordmeisters Real Madrid „verbürgt“. Neben Real gelten vor allem englische Topklubs wie der FC Chelsea als Kandidaten. Auch Manchester United und Lokalrivale Manchester City sollen ihre Bemühungen derzeit intensivieren. Der FC Bayern übt sich dagegen bisher in Zurückhaltung. „Wir haben Robert Lewandowski. Der wird auch noch ein paar Jahre lang 30, 40 Tore schießen“, sagte Vorstandschef Oliver Kahn. Der 33 Jahre alte polnische Torjäger besitzt in München noch einen Vertrag bis einschließlich 30. Juni 2023.

          „Vielleicht gibt es dann auch 2,50 Euro mehr“

          Trotz der fast täglich neuen Spekulationen hat der BVB die Hoffnung auf einen Verbleib von Haaland nicht aufgegeben. „Vielleicht gibt es dann auch 2,50 Euro mehr“, kommentierte Watzke unlängst beim TV-Sender Bild Medienberichte, wonach der Bundesliga-Zweite eine satte Gehaltserhöhung für Haaland plant. Dem Vernehmen nach bemüht sich zudem BVB-Ausrüster Puma um eine Zusammenarbeit mit dem Ausnahmekönner, dessen bisheriger Vertrag beim Sportartikel-Konkurrenten Nike am Jahresende auslaufen soll.

          Dass Puma-Chef Björn Gulden nicht nur ein Haaland-Landsmann, sondern auch ein Freund der Familie ist und dem Revierklub emotional nahe steht, könnte dabei helfen. „Meine Empfehlung wäre selbstverständlich, dass er noch ein Jahr Borusse bleibt. Ich weiß aber auch, dass gerade von allen Seiten an ihm gezogen wird“, sagte er den „Ruhr Nachrichten“. Dass ein Privat-Ausrüstervertrag mit Puma, deren CEO Gulden im BVB-Aufsichtsrat sitzt, auch Haalands Entscheidung über die weitere Fortsetzung seiner Karriere in Dortmund beeinflussen könnte, mag der Manager aber so nicht bestätigen: „Die Wahl von Ausrüster und Verein muss man isoliert voneinander betrachten.“

          Doch es könnte dem BVB in die Karten spielen, dass auch bei europäischen Topklubs das Geld nicht mehr so locker sitzt wie vor der Corona-Pandemie. Das Gesamtpaket für Haaland aus Gehalt, Ablöse und Provisionen wird auf weit über 200 Millionen Euro geschätzt. Diese immense Summe ist in Pandemie-Zeiten nur schwer zu stemmen. Die knifflige Gemengelage scheint Berater Raiola nicht zu beunruhigen. „Wir werden nach der besten Option suchen. Ich schließe nicht aus, dass er noch ein Jahr in Dortmund bleibt“, sagte der 54 Jahre alte Italiener kurz vor Weihnachten dem niederländischen Radiosender NOS. Gelassen fügte er an: „Haaland kann auf alle warten.“

          Weitere Themen

          Der Nicht-Transfer und der spanische Hass

          Mbappé und Real Madrid : Der Nicht-Transfer und der spanische Hass

          Kylian Mbappé schießt seine Tore künftig nun doch nicht für Real Madrid, sondern weiter für PSG. Das sorgt für großen Ärger, denn La Liga gehen die Topstars aus. Ein Problem, das alle betrifft.

          Topmeldungen

          Nach der Asow-Kapitulation : In Putins Fängen

          Die letzten Verteidiger von Mariupol haben sich ergeben. Daraus kann Putin einen Propagandasieg über die „Nazis“ machen. Es zeigt sich, was passiert, wenn man der „Emma“-Losung folgt, der Ukraine keine schweren Waffen zu geben.
          Bundeskanzler Olaf Scholz hält eine Pressekonferenz mit dem senegalesischen Präsidenten Macky Sall.

          Scholz in Afrika : Auf der Suche nach Gas und Verbündeten

          Die erste Afrikareise des Bundeskanzlers steht unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine. Es geht um Gas, das nicht aus Russland kommt, und um den Zusammenhalt gegen Moskau.
          Glänzende Aussichten: Im dritten Anlauf kann RB Leipzig seinen Fans zum ersten Mal den Pokal präsentieren – ein Erfolg, der auch eine Leerstelle in der deutschen Fußballlandschaft füllt.

          Berliner Pokalfinale : Wir gegen Die

          Moralisierung, Abgrenzung und für manchen sogar „Hass“: Nach dem Leipziger Pokal-Triumph gegen Freiburg sind die Gräben im deutschen Fußball noch ein bisschen tiefer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          AllesBeste
          Testberichte & Kaufberatung
          Baufinanzierung
          Erhalten Sie Ihren Bauzins in 3 Minuten
          Spanischkurs
          Lernen Sie Spanisch