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2:1 gegen Bremen : Schusters Glücksgriff

Fußball-Glück: Darmstadts Wagner Bild: Reuters

Darmstadt 98 ist angekommen: Zwei Tore von Wagner gegen Werder bescheren den „Lilien“ den ersten Bundesliga-Heimsieg nach 33 Jahren.

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          So ein Glücksgriff gelingt auch einem Trainer mit einem besonderen Gespür für sein Team nicht alle Tage. Zum ersten Mal in dieser Saison hatte sich Dirk Schuster entschlossen, Dominik Stroh-Engel auf der Bank zu lassen. Und prompt schlug der neue Mann im Angriff zu, wie man sich das in Darmstadt wohl nur in ziemlich kühnen Träumen erhofft hat. Zwei Tore von Sandro Wagner (31., Foulelfmeter/84.) bescherten den „Lilien“ am Dienstagabend den ersten Bundesliga-Heimsieg in dieser Saison und, wenn man so will, nach 33 Jahren. So lange hatten die Darmstädter nicht erstklassig gespielt.

          In der Liga angekommen - das war Schusters Team schon längst wieder. Aber das 2:1 gegen Werder Bremen, vor eigenem Publikum und unter Flutlicht, wird in jedem Fall als besondere Wegmarke in Erinnerung bleiben. Zumal es ein verdienter Sieg war. Den Schuster auch mit einem zweiten guten Schachzug auf den Weg gebracht hatte. Indem er Jan Rosenthal für Kempe anfangen ließ, stärkte er das spielerische Moment - und wurde dafür belohnt.

          Man konnte jedenfalls nicht sagen, dass die Darmstädter den Bremern, die in der 19. Minute durch Aron Johannsson in Führung gegangen waren, in irgendeiner Hinsicht unterlegen gewesen wären. Als nächstes allerdings wartet eine ganz besondere Herausforderung auf Schuster und sein Team: am Sonntag in Dortmund.

          Was die Einstellung betraf, hatte Schuster nach dem 0:3 gegen die Bayern eigentlich keinen Grund gehabt, etwas zu verändern. Er wollte aber offenkundig den Bremern auf Augenhöhe begegnen. Und das gelang - sogar mehr als das.

          Die „Lilien“ gaben zu Beginn in jeder Hinsicht den Ton an: kämpferisch sowieso, aber auch im Spiel mit Ball. Während Werder sich mit einem Minimalismus begnügte, der einen kaum an Bundesligafußball denken ließ, besaß das Darmstädter Spiel Struktur. Drei mal kamen sie binnen weniger Minuten dem Bremer Tor recht nahe, aber immer fehlte noch eine Kleinigkeit.

          An die Möglichkeit eines Tores für Werder glaubte da niemand - aber genau das passierte. Ujah und Gebre Selassie setzten sich auf der linken Abwehrseite der „Lilien“ durch, die Flanke erreichte Johannsson, den die Darmstädter Innenverteidiger offenbar etwas aus den Augen verloren hatten. Ein Tiefschlag wie aus dem Nichts.

          Und beinahe wäre es noch schlimmer gekommen. Torwart Mathenia verlor den Ball leichtfertig an Johannsson, dessen Schuss konnte Garics im letzten Moment noch aufhalten. Der Ausgleich war dann ein kleines Bremer Geschenk. Nach einem Missverständnis mit Vestergaard holte Torwart Wiedwald Rosenthal von den Beinen - Elfmeter. Wagner, früher selbst in Bremen aktiv, schnappte sich selbstbewusst den Ball. Ein paar Trippelschritte, ein plazierter Schuss ins rechte Eck, schon waren die „Lilien“ wieder im Spiel.

          Und niemand hätte sich beschweren können, wenn Darmstadt mit einer Führung in die Pause gegangen wäre - ein Schuss von Rosenthal sprang vom Innenpfosten entgegen der Erwartung der meisten nicht ins, sondern aus dem Tor.

          Danach war das Spiel dann weitgehend ausgeglichen. Werder besaß eine gute Chance durch Ujah (61.), Darmstadt durch Heller (68.). Knapp zehn Minuten vor dem Ende brachte der Bremer Trainer Skripnik seinen vermeintlichen Trumpf, Pizarro. Doch dann war es Hellers Tempo und dazu eine präzise Flanke, die Wagner das zweite Tor ermöglichten.

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