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Anti-Doping-Gesetz verabschiedet : Misstrauensvotum für den Spitzensport

Der Besitz ist strafbar - wenn Betrugswille zu beweisen ist: Das Anti-Doping-Gesetz ist verabschiedet Bild: dpa

War es wirklich ein Glückstag für den Sport? Der Bundestag hat das lange diskutierte Anti-Doping-Gesetz beschlossen. Doch zufrieden sind damit nur die wenigsten.

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          Eigentlich ging es um die zweite und dritte Lesung und damit die Verabschiedung des Anti-Doping-Gesetzes. Doch die kurze Debatte der Sportpolitiker im Bundestag am Freitagmorgen in Berlin offenbarte, dass es um den Gegenstand, den der Gesetzgeber schützen will, schlecht bestellt ist. „Welche Integrität?“, höhnte die Grünen-Politikerin Renate Künast. „Der Leistungssport hat keine Vorbildfunktion und ist von Abhängigkeit und Manipulation geprägt.“

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Man mochte das nicht als Rhetorik der Opposition abtun, hatte doch zuvor der Unionsabgeordnete Eberhard Gienger, einst Turn-Weltmeister und jüngst Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, konzediert, „dass der organisierte Sport doch nicht in der Lage ist, Doping in den Griff zu kriegen“. Die Werte des Sports seien Erosion und Zerstörung ausgesetzt wie noch nie.

          Erschütterte Fundament des Sports

          Die Korruptionsaffären im deutschen, europäischen und im Welt-Fußball sowie die Entlarvung einer Allianz von russischem Staats-Doping mit korrupten Doping-Bekämpfern und einem käuflichen Verbandspräsidenten und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees erschüttern das Fundament des Sports, und die Schockwellen sind auch im Bundestag zu spüren. Da mochte Justizminister Heiko Maas noch so optimistisch von einem Glückstag für den Sport schwadronieren und empfehlen, Weltmeisterschaften und Olympische Spiele nur noch an Länder mit einem Anti-Doping-Gesetz wie dem deutschen zu vergeben.

          Das Plenum gab mit deutlicher Mehrheit dem Spitzensport ein Misstrauensvotum. Dagmar Freitag von der SPD, Vorsitzende des Sportausschusses, fragte: „Wollen wir weiter zusehen, wie Funktionäre dem Sport schaden und Fairness vor die Hunde gehen lassen?“ Sie selbst ist Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Wer aber wirklich gemeint ist, machte ihr Kollege Reinhard Grindel deutlich, Abgeordneter der CDU sowie Schatzmeister im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes und für manche heimlicher Präsidentschaftskandidat.

          Er wisse, dass der Deutsche Olympische Sportbund dieses Gesetz ablehne, sagte Grindel. „Ich bedaure das“, fuhr er fort. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es für die Integrität des Sports, seine Integrations- und Strahlkraft nicht in erster Linie darauf ankommt, unbedingt immer Gold zu gewinnen. Sondern es kommt darauf an, immer Fairness und Anstand im Sport zu verwirklichen und dort auf keinen Fall zu verlieren.“ Der Linken geht das Gesetz nicht weit genug. Ihr Redner André Hahn forderte die Verpflichtung zu Prävention, eine Ombudsstelle, eine Kennzeichnungspflicht für indizierte Medikamente sowie eine Kronzeugenregelung sowie den Entzug der Approbation für dopende Ärzte.

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