WM-Trend : Der Fußball beweist wieder Größe

Der Glaube, dass man unbedingt klein und wendig sein muss, ist bei der WM geschrumpft. Bisher dominieren Kraft und Wucht, Energie und Physis.
Im größten Moment seines Fußballer-Lebens fühlte sich Andrés Iniesta ganz klein. Das war, als er nach seinem Siegtor in der 116. Minute des WM-Endspiels von 2010 flach auf dem Rasen in Johannesburg lag. Und als sich fast die gesamte spanische Mannschaft, Ersatzspieler inklusive, auf ihn stürzte. „Zwanzig Mann über dir zu haben, das ist kompliziert“, sagte später der sonst schweigsame Mann aus La Mancha. „Du willst nicht sterben da unten.“ Am vergangenen Mittwoch in Rio gab es keine übereinandergetürmten Körper. Jeder Spanier verließ allein, starren Blickes, schweigend den Platz. Wie bei einem Trauerfall. Gestorben war glücklicherweise niemand, so wenig wie im Jubel von 2010. Und doch gab es danach viele Nachrufe - auf das Ende der spanischen Fußball-Ära.





