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Wintersport im Lockdown : Zukunftsängste bei alpinen Skiläufern

  • Aktualisiert am

Abfahrer Dreßen: fraglich, wann er mal wieder fahren darf? Bild: AFP

Wenn sogar die Berge als Sportplatz gesperrt werden: Der Lockdown trifft die alpinen Skirennläufer hart. Ihnen fehlen Trainingsmöglichkeiten. Und der Nachwuchs droht wegzubrechen.

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          Noch trainieren die deutschen alpinen Skiläufer in Sölden. Ob und wann sie in den kommenden Wochen noch auf den Brettern stehen können, ist unklar. Der zunächst vierwöchige Lockdown in Deutschland trifft die Alpinen im Deutschen Skiverbandes (DSV) empfindlich. „Das klemmt auf Dauer unseren Lebensnerv ab“, sagte Sportdirektor Wolfgang Maier dem Sport-Informations-Dienst (sid). „Noch“, sagte er mit einem Seufzer, „gehen die österreichischen Gletscher.“ Aber auch Maier fragt sich: „Wie lange noch?“

          DSV-Vorstand Stefan Schwarzbach berichtet, die Alpinen hätten „immer größere Schwierigkeiten, noch ein halbwegs vernünftiges Training unter den immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen zu realisieren.“ Noch kann im ewigen Eis von Sölden oder Hintertux, zur Not auch im Südtiroler Schnalstal jenseits der italienischen Grenze trainiert werden. Doch dort ballt sich in Ermangelung von Alternativen derzeit die ganze Ski-Szene, auch mit Touristen, und es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Skigebiete in Österreich auf Druck der Regierung schließen müssen. „Wir sind händeringend auf der Suche, wo überhaupt noch was geht“, sagte Maier konsterniert.

          Der großflächige Lockdown in Deutschland bringt das Training der alpinen Skiläufer praktisch zum Stillstand. Der Plan, Mitte November hinauf auf die Zugspitze zu wechseln, ist seit Mittwoch Makulatur, auch Deutschlands höchster Berg wird gesperrt. Das Skigymnasium in Berchtesgaden ist geschlossen, ebenso die Hallen, in denen wenigstens Trockentraining möglich wäre. „Für uns ist das einschneidend“, betonte Maier und ergänzte: „Mal schauen, ob's uns in vier Wochen noch gibt.“

          Dann werden die Probleme nicht geringer sein. So hat der DSV mehr als eine Million Euro zusätzlich für die Corona-Tests seiner Sportler einplanen müssen. Die Fortsetzung der Saison im Weltcup ist für 13. November geplant. Im Februar soll in Cortina d'Ampezzo um WM-Medaillen gefahren werden. Maier warnt: „Wir haben massive Probleme, nachhaltig und konkurrenzfähig zu bleiben.“

          Und die Weltcupfahrer sind nur ein teil des Problems. „Am massivsten sind die Einschränken für unseren Nachwuchs- und Freizeitbereich und für unsere Vereine. Hier hätten wir uns eine differenziertere Reglementierung gewünscht“, sagte Schwarzbach. „Der ganze Nachwuchs wird uns jetzt erst mal weggenommen“, sagte Maier, der befürchtet: „Uns droht, eine ganze Generation verloren zu gehen.“

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