Skispringen-Kommentar : Der zweite Blick lohnt

Das Warten auf den deutschen Sieg bei der Vierschanzentournee geht weiter. Aber es lohnt ein zweiter Blick, um die Situation der Mannschaft einzuordnen.
Würde Werner Schuster im Fußballvereinsgeschäft Verantwortung tragen, hätte er im vorigen Sommer alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen neuen Mann zu verpflichten. Der Ausfall des wichtigsten Teamplayers vor einer Saison mit jeder Menge Titelentscheidungen kann keinem ehrgeizigen Trainer gefallen, und Schuster gehört zu den ambitioniertesten Vertretern seiner Zunft. Doch einen Transfermarkt kennt das Skispringen nicht. Und sein aus der Not heraus gewählter Lösungsansatz entpuppte sich als nicht die schlechteste Idee: Der Chefcoach der deutschen Weitenjäger entschied sich, all jene Athleten in seinem Kader noch einen Tick intensiver zu fördern, aber auch zu fordern, die sich bis dahin im Schatten von Severin Freund eingerichtet hatten, der durch seinen zweiten Kreuzbandriss bis auf weiteres nicht für die Führungsrolle in Frage kommt.






