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Ski alpin : „So geil, wenn der Einser aufleuchtet“

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Der Retter der rot-weiß-roten Seele: Hannes Reichelt Bild: REUTERS

Festtag in Kitzbühel: Hannes Reichelt sorgt beim Abfahrtsklassiker auf der Streif für Jubel bei 40.000 Fans von Arnold Schwarzenegger bis DJ Ötzi. Er beendet zwei lange Durststrecken der Österreicher.

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          Skirennfahrer Hannes Reichelt hat die legendäre Abfahrt in Kitzbühel gewonnen und damit zwei lange rot-weiß-rote Durststrecken beendet. Als erster Österreicher seit Michael Walchhofer 2006 fuhr Reichelt am Samstag die Bestzeit auf der Streif. Zudem war der Sieg der erste eines Abfahrers aus Österreich überhaupt seit Reichelts Erfolg in Bormio am 29. Dezember 2012.

          „Es ist so geil, wenn du bei dieser Kulisse ins Ziel kommst und der Einser aufleuchtet“, schwärmte Reichelt und sprach von einem „Geschenk“. Anders als Landsmann und Weltmeister Marcel Hirscher, der am Vortag dem deutschen Slalom-Sieger Felix Neureuther nur gratulieren konnte, tat Reichelt etwas für die alpine Seele seiner Landsleute: „Ich bin sehr froh, dass die Durststrecken endlich zu Ende sind“, betonte er. Neben allerhand Ruhm und Ehre waren 70.000 Euro Preisgeld der Lohn.

          Österreichs Prominenz auf der Tribüne: Der ehemalige Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger Bilderstrecke

          Über 40.000 Ski-Freunde feierten ihre Abfahrtsheroen auf der Streif, auf der wetterbedingt die Schlüsselstellen Hausbergkante und Traverse fehlten. Erst führte Trainingsdominator Bode Miller, nach der noch schnelleren Fahrt von Aksel Lund Svindal (Norwegen) ließ sich der Amerikaner dann von seiner Frau mit Umarmung und Küsschen trösten.

          Promis von Schwarzenegger bis DJ Ötzi

          Und dann schlug die große Stunde von Reichelt. Die Promis der Alpenrepublik wie Arnold Schwarzenegger, DJ Ötzi oder Schauspieler Tobias Moretti jubelten über Reichelts starken Auftritt bei dessen siebtem Weltcup-Sieg. Auch Bundespräsident Heinz Fischer stimmte in das rhythmische Beifallklatschen der Zuschauerschar ein.

          Als sich die Vip-Tribüne dann weitgehend geleert hatte und die drei erstplatzierten Reichelt, Svindal und Miller ihren Interviewmarathon absolvierten, schwang der Deutsche Stephan Keppler nach seiner letzten Weltcup-Abfahrt zufrieden ab und tippte sich an den Helm. „Danke!“ stand dort geschrieben. Platz 15 war für den 30-Jährigen ein versöhnlicher Abschluss bei der letzten Schussfahrt auf der berühmt-berüchtigten Streif. „Es gab viel mehr schöne Moment als schlechte, ich habe viele Täler durchlebt, aber mich immer wieder zurückgekämpft“, schilderte Keppler nach seinem achtbaren Finale.

          Es war das beste Resultat von ihm seit Rang 11 in Bormio 2012. Der Sieger damals in Italien und auch am Samstag in der österreichischen Après-Ski-Hochburg: Hannes Reichelt, Österreich.

          Ergebnisse Ski alpin, Weltcup in Kitzbühel/Österreich:

          Herren, Abfahrt: 1. Hannes Reichelt (Österreich) 2:03,38 Min.; 2. Aksel Lund Svindal (Norwegen) 2:03,59; 3. Bode Miller (USA) 2:03,72; 4. Adrien Theaux (Frankreich) 2:04,04; 5. Christof Innerhofer (Italien) 2:04,15; 6. Carlo Janka (Schweiz) 2:04,23; 7. Max Franz (Österreich) und Travis Ganong (USA) beide 2:04,41; 9. Kjetil Jansrud (Norwegen) 2:04,46; 10. Didier Defago (Schweiz) 2:04,52; ...15. Stephan Keppler (Ebingen) 2:05,04; 40. Josef Ferstl (Hammer) 2:06,77

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