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Teamwettbewerb in Polen : Wenige Zentimeter fehlen Skispringern zum Sieg

  • Aktualisiert am

Karl Geiger und den Deutschen fehlt nur ganz wenig zum Sieg. Bild: EPA

Pius Paschke, Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Karl Geiger landen in einem packenden Mannschaftswettbewerb auf dem zweiten Platz. Nur ganz knapp müssen sie sich geschlagen geben.

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          Die deutschen Skispringer bangten hinter der Bande, am Ende fehlten umgerechnet weniger als 20 Zentimeter zum Sieg: Pius Paschke, Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Schlussspringer Karl Geiger haben im packenden und von schwierigen Windbedingungen beeinflussten Mannschaftswettbewerb in Polen den zweiten Platz belegt. Nur ganz knapp mussten sie sich am Samstag in Wisla den siegreichen Österreichern geschlagen geben. Nach dem ersten Durchgang hatte das Quartett von Bundestrainer Stefan Horngacher noch auf Rang vier gelegen. Rang drei ging an die Slowenen, die vor dem letzten Sprung noch geführt hatten.

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          Vor mehreren Tausend enthusiastischen Fans, die größtenteils ohne Abstand und Maske eine große Skisprung-Party mit lauter Stadionmusik und Tröten feierten, kamen die Deutschen zu Beginn nicht so gut zurecht und hatten auch Pech. Die schwierigen Bedingungen und nicht optimale Sprünge kamen zusammen und sorgten dafür, dass das Team des Deutschen Skiverbands zur Halbzeit nur auf dem vierten Platz lag. Nach seinem Sprung auf 107 Meter schüttelte Eisenbichler verärgert den Kopf. Doch es war noch nichts verloren.

          „Heute ist ein schwieriger Tag, da muss erstmal jeder zwei ordentliche Sprünge machen“, sagte Geiger nach dem ersten Durchgang in der ARD und fügte zuversichtlich an: „Also warten wir mal ab.“ Der Oberstdorfer sollte Recht behalten. Im zweiten Durchgang brachten Paschke (122,5 Meter) und Leyhe (120,5) die Deutschen näher an Platz eins heran. Eisenbichler ließ einen emotional bejubelten Satz auf 130 Meter folgen und der in diesem Winter bislang so konstante Geiger machte mit seinem zweiten Sprung auf 125 Meter fast sogar den Sieg perfekt.

          Vor allem Geiger und Eisenbichler zeigen in dieser noch jungen Saison eine eindrucksvolle Frühform. In diesem Winter, der unter anderem in der Vierschanzentournee, den Winterspielen in Peking und der Skiflug-Weltmeisterschaft zahlreiche Höhepunkte bietet, ist mit ihnen wieder zu rechnen. In bisher vier Einzelspringen hatten die beiden bayerischen Freunde dem deutschen Team fünf Podestplätze beschert. Nach dem ersten Teamspringen 2021/22 geht es an diesem Sonntag mit einem Einzelwettkampf weiter.

          David Siegel gewann derweil das erste Skispringen auf der großen Olympia-Schanze von Peking. Der Junioren-Weltmeister von 2016 aus Baiersbronn entschied den Wettkampf im zweitklassigen Continental Cup mit Sprüngen auf 131 und 129,5 Meter für sich. Auf der im Dezember 2020 fertiggestellten, futuristischen Schanze in Zhangjiakou rund 200 Kilometer nordwestlich von Peking fallen im Februar bei den Winterspielen vier Entscheidungen, davon zwei in der Nordischen Kombination. Auch die benachbarte kleine Schanze wurde am Samstag offiziell eingeweiht. Im Continental Cup der Frauen belegte Carina Vogt, die 2014 in Sotschi erste Olympiasiegerin der Geschichte geworden war, den dritten Rang. Der Sieg ging an die Russin Marija Jakowlewa.

          Katharina Althaus bescherte den deutschen Skispringerinnen den ersten Weltcup-Sieg seit März 2019. Die 25-Jährige sprang im norwegischen Lillehammer 96 und 95,5 Meter weit. Damit verwies sie die Österreicherin Marita Kramer und die Slowenin Ursa Bogataj auf die Plätze zwei und drei. Für Althaus war es im dritten Wettkampf des Olympia-Winters der zweite Podestplatz. Am vergangenen Wochenende war die Oberstdorferin im russischen Nischni Tagil Dritte geworden. Den zuvor letzten deutschen Einzelsieg hatte Juliane Seyfarth am 23. März 2019 in Russland gefeiert. Neben Althaus sprangen auch Selina Freitag als 21., Juliane Seyfarth als 22., Pauline Hessler als 23. und Luisa Görlich auf Rang 24 aus dem deutschen Team noch in die Punkteränge.

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