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Fußball-Funktionäre : Blatters Wahlverwandte

  • Aktualisiert am

2.12.2010, der Tag, an dem das Vertrauen in die Fifa endete: Blatter bei der Verkündung von Qatar als Austragungsland für die Fußball-WM 2022 Bild: dpa

Nur zwei der 22 Wahlmänner, die 2010 für die WM-Gastgeber Russland und Qatar abstimmten, gehören noch heute dem Fifa-Führungsgremium an. Was wurde aus den anderen?

          Am 2. Dezember 2010 wählten die damaligen Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees die Gastgeber der Weltmeisterschaften 2018 und 2022. Erstmals vergab der Fußball-Weltverband somit zwei Turniere gleichzeitig. Stimmberechtigt waren 22 Funktionäre, darunter auch Franz Beckenbauer. Die Sieger Russland und Qatar galten nicht als Favoriten. Bis heute halten sich massive Anschuldigungen von unlauteren Machenschaften bis hin zu Korruptionsvorwürfen gegen die Gastgeberländer und mehrere frühere Fifa-Funktionäre.

          Nur zwei der 22 damaligen Funktionäre gehören noch heute dem Führungsgremium des Fußball-Weltverbandes an, das mittlerweile in ein Counil umgewandelt wurde. Mehrere Fußball-Macher aus der Ära des ehemaligen Fifa-Chefs Joseph Blatter sind mit schwerwiegenden Anschuldigungen konfrontiert.

          Joseph Blatter (Schweiz): Nach Fifa-Urteil und CAS-Einspruch wegen Millionenzahlung an Michel Platini 2016 für sechs Jahre gesperrt. Den Rückzug vom Präsidentenposten hatte er schon zuvor angekündigt.

          Julio Grondona (Argentinien): Zahlreiche Anschuldigungen wegen möglicher Ethikvergehen. Unter anderem verwickelt in dubiose Geldflüsse aus Südafrika. 2014 gestorben.

          Issa Hayatou (Kamerun): Afrikanischer Strippenzieher. Vom IOC wegen Korruptionsanschuldigungen mit Verweis belegt. Schied 2017 aus Fifa-Council aus.

          Chung Mong Joon (Südkorea): Wegen Vergehen im Zusammenhang mit der südkoreanischen WM-Bewerbung 2015 für sechs Jahre gesperrt.

          Sepp Blatter mit Chung Mong-Joon, der wegen Vergehen im Zusammenhang mit der südkoreanischen WM-Bewerbung 2015 für sechs Jahre gesperrt ist.

          Jack Warner (Trinidad und Tobago): Zentrale Figur in diversen Skandalen, 2015 lebenslang gesperrt. Die Vereinigten Staaten verlangen Auslieferung.

          Ángel María Villar Llona (Spanien): Verweigerte zunächst Kooperation mit Garcia. Verwarnt und mit Geldstrafe belegt. Noch im Fifa-Council.

          Michel Platini (Frankreich): Wegen Millionenzahlung von Blatter 2016 für vier Jahre gesperrt. Verlor alle Posten bei Fifa und Uefa.

          Geoff Thompson (England): 2011 aus dem Fifa-Exekutivkomitee ausgeschieden.

          Michel D’Hooghe (Belgien): Untersuchungen wegen möglicher geringfügiger Vergehen wurden eingestellt. Schied 2017 aus Fifa-Council aus.

          Ricardo Teixeira (Brasilien): Massive Korruptionsvorwürfe in vielen Skandalen. Flüchtete vor brasilianischer Justiz. In Amerika angeklagt.

          Mohamed bin Hammam (Katar): Der große Strippenzieher - auch im deutschen WM-Skandal. 2012 lebenslang gesperrt.

          Senes Erzik (Türkei): Schied 2017 aus Fifa-Council aus.

          Chuck Blazer (USA): Kronzeuge der amerikanischen Justiz. Brachte mit umfassendem Korruptionsgeständnis Verfahren ins Rollen - lebenslang gesperrt.

          Worawi Makudi (Thailand): Wegen Verfehlungen in Thailand von Fifa 2016 für fünf Jahre gesperrt. Sein Name tauchte auch im deutschen WM-Skandal auf.

          Nicolás Leoz (Paraguay): Verwickelt in diverse Skandale. 2013 zurückgetreten. Die vereinigten Staaten stellten Auslieferungsantrag. In seiner Heimat unter Hausarrest.

          Junji Ogura (Japan): Schied 2011 aus dem Fifa-Exekutivkomitee aus.

          Marios Lefkaritis (Zypern): Berichte über angebliche Grundstückdeals mit Qatar blieben ohne Folgen. Schied 2017 aus Fifa-Council aus.

          Jacques Anouma (Elfenbeinküste): Bestreitet Schmiergeldzahlungen aus Katar. 2015 aus Fifa-Exekutivkomitee ausgeschieden.

          Franz Beckenbauer (Deutschland): Wegen zunächst fehlender Kooperation mit Fifa-Ermittler Michael Garcia zu Geldstrafe verurteilt, zentrale Figur im deutschen WM-Skandal, Ermittlungen der Justiz in der Schweiz laufen.

          Rafael Salguero (Guatemala): In den Vereinigten Staaten im November 2015 angeklagt unter anderem wegen organisierter Kriminalität und Geldwäsche - lebenslang gesperrt.

          Hany Abo Rida (Ägypten): Weiterhin Mitglied im Fifa-Council.

          Witali Mutko (Russland): Zentrale Figur im russischen Doping-Skandal, WM-Chef 2018, für Fifa-Council wegen politischer Ämter nicht mehr zugelassen.

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