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Carlsen gegen Caruana : So funktioniert der Tie-Break der Schach-WM

  • Aktualisiert am

Der weiße Springer wird geführt. Bild: Reuters

Nun also Verlängerung bei der Schach-WM. Weder Magnus Carlsen noch Fabiano Cuarana war in zwölf Partien ein Sieg gelungen. Aber wie funktioniert der Tie-Break eigentlich?

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          Magnus Carlsen traf die Entscheidung wohl etwas verfrüht. Mit dem Selbstbewusstsein, der bessere Tie-Break-Spieler zu sein, einigte er sich mit seinem Kontrahten Fabiano Caruana auch in der zwölften Partie der Schach-WM in London auf ein Remis. Der norwegische Weltmeister hatte allerdings die klar bessere Stellung, mehr Bedenkzeit, und der Computer zeigte eine siebzig prozentige Siegchance an. Das Angebot an den Amerikaner kam also etwas überraschend. Sicherlich für den erleichtert wirkenden Cuarana. Die Entscheidung über den Titel fällt nach einem Ruhetag nun am Mittwoch im Tie-Break ab 16 Uhr. Wie funktioniert dieser?

          Zunächst sind vier Partien Schnellschach angesetzt. Jeder Spieler bekommt in jeder Partie anfangs 25 Minuten Grundbedenkzeit und vor jedem Zug zusätzliche zehn Sekunden. Carlsen hat in der ersten und dritten Partie Weiß, Caruana in der zweiten und vierten. Falls das Schnellschach 2:2 ausgeht, folgen zwei Partien Blitzschach. Dabei bekommt jeder fünf Minuten Grundbedenkzeit und vor jedem Zug zusätzliche drei Sekunden. Wer beim Blitzen als erster Weiß hat, wird neu ausgelost.

          Geht auch das unentschieden aus, folgen weitere Blitzmatche über je zwei Partien, bis ein Sieger ermittelt ist. Im extrem unwahrscheinlichen Fall, dass fünf Blitzmatche alle unentschieden enden, kommt es zum sogenannten Armageddon: In diesem Fall entscheidet das Los, welcher Spieler die Farbe wählen darf. Wer sich für Weiß entscheidet, bekommt fünf Minuten Bedenkzeit, Schwarz vier. Erst ab dem 61. Zug gibt es zusätzliche drei Sekunden pro Zug. Der Weißspieler muss die Armageddon-Partie gewinnen, um Weltmeister zu werden. Dem Schwarzspieler würde ein Remis genügen. Das Stechen kann sich bis in den späten Abend ziehen. Eine Vertagung ist nicht vorgesehen.

          Im Tie-Break sieht sich Weltmeister Carlsen als klaren Favoriten, sonst hätte er das Remis mit dem Angebot nicht forciert. 2016 verteidigte er auf die gleiche Weise seinen Titel, als er den Russen Sergej Karjakin 3:1 in den vier Schnellschachpartien besiegte.

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