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Eishockey-Krise in Frankfurt : Zu viele Unruheherde bei den Löwen

  • -Aktualisiert am

Matti Tiilikainen ist nicht mehr lange Trainer der Löwen Frankfurt. Bild: Imago

Die Löwen Frankfurt stecken in der Krise. Die Verletzungsmisere darf aber nicht als Ausrede herhalten. Überstürzter Aktionismus führt selten zum Ziel. Dennoch sollte der Eishockey-Klub personell nachlegen.

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          Matti Tiilikainen ist ein Eishockey-Trainer, der nur selten Emotionen zeigt. Der Coach der Löwen Frankfurt wahrt in der Öffentlichkeit stets die Contenance, spricht und handelt analytisch statt affektiv. Sein Umgang mit dem 7:10-Debakel beim Tabellenletzten aus Bayreuth am Freitag ließ kaum Spielraum für Interpretation: Zum ersten Mal in seiner anderthalbjährigen Zeit in Frankfurt, die spätestens nach Saisonende auf seinen Wunsch hin enden wird, wirkte Tiilikainen resigniert. Sein Statement auf der Pressekonferenz begann der Finne damit, dass es nicht viel zu sagen gebe. Es endete mit einer Wiederholung dieser Worte, nachdem sich der enttäuschte Trainer für eine „peinliche“ Leistung entschuldigt hatte. Dabei hätte es so viel gegeben, was Tiilikainen hätte sagen können. Schließlich stellte der Auftritt seiner Mannschaft einen neuen Tiefpunkt in der laufenden Spielzeit dar.

          Dass es am Sonntag beim 3:1-Heimsieg über  Freiburg wieder etwas besser lief, täuscht über die Defizite der fragil wirkenden Löwen nicht hinweg. Sieben verletzte Spieler fehlen aktuell, mit Kapitän Adam Mitchell aber nur ein Akteur, der aus diesem Kreis zu den unumstrittenen Führungsspielern gehört. Mannschaften wie Bad Tölz spielen derzeit mit der gleichen Anzahl an Spielern. Die Verletztenmisere schwächt die Löwen, darf aber nicht als Ausrede gelten. In der derzeitigen Konstellation besitzt das Team nicht annähernd das Leistungsvermögen aus der vergangenen Saison. Die neu verpflichteten vier Importspieler spielen solide, sind bisher aber nicht als Charaktere in Erscheinung getreten, die die junge Mannschaft mitreißen können. Der seit der vergangenen Woche feststehende Abschied von Tiilikainen zum Saisonende ist ein zusätzlicher Unruheherd in einer ohnehin schwierigen Phase.

          Es sei zuletzt genug geredet worden, man müsse es nun auf dem Eis zeigen, hatte Tiilikainen schon vor eineinhalb Wochen gesagt. So sorglos wie die Frankfurter gegen Bayreuth verteidigten und teils jegliche Gegenwehr vermissen ließen, sollte sich spätestens jetzt jeder Sorgen machen, dem etwas an dem ambitionierten Klub liegt. In der Mehrzahl der Spiele nach der Deutschland-Cup-Pause präsentierten sich die Löwen nicht wie ein Play-off-Kandidat. Sie haben gezeigt, dass die Mannschaft neue Impulse benötigt – sei es im Umgang mit ihr und der aktuellen Situation oder personell.

          Sportdirektor Franz-David Fritzmeier hat in der vergangenen Spielzeit mit der Verpflichtung von David Skokan schon gezeigt, dass er eine Mannschaft während der Saison verstärken kann. Spätestens wenn nach dem kommenden Wochenende drei Spieler bei der U-20-Weltmeisterschaft sein werden, sollten die Löwen noch einmal nachgelegt haben. Überstürzter Aktionismus führt selten zum Ziel. Für einen Weg dorthin sollte der Klub nun aber schnellstmöglich eine Lösung finden, bevor es zu spät ist.

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