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Sieg im Langlauf : „Das perfekte Ende meiner Karriere“

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Marit Björgen behält den Überblick und gewinnt Gold. Bild: dpa

Die Norwegerin Marit Björgen übertrumpft Biathlon-Ikone Ole Einar Björndalen und wird zur erfolgreichsten Sportlerin in der Geschichte der Olympischen Winterspiele. Sie krönt sich über 30 Kilometer.

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          Die eiserne Lady zeigte Emotionen. Nachdem Marit Björgen mit dem achten Gold den Winterspiele-Olymp erklommen hatte, brachen erstmals Tränen aus der sonst so kühlen Norwegerin heraus. Die Langlauf-Ikone verdrängte mit ihrer 15. olympischen Medaille ihre norwegischen Landsleute Ole Einar Björndalen und Björn Dählie von der Spitze der Liste der erfolgreichsten Teilnehmer an Olympischen Winterspielen.

          Der 30-Kilometer-Lauf in der klassischen Technik war zugleich Björgens letzter olympischer Wettkampfauftritt. Am Abend führte sie als Fahnenträgerin noch stolz die norwegische Mannschaft an, die die erfolgreichste Nation der Pyeongchang-Spiele stellte.

          Zu den ersten Gratulanten gehörte Björndalen. „Sie ist eine fantastische Person und Skiläuferin. Ich bin heute stolz, Norweger zu sein“, sagte der Biathlet, der die Qualifikation für Pyeongchang nicht geschafft hatte. „Unglaublich, diese Frau. Es war toll, bei diesem Ereignis dabei gewesen zu sein“, lobte der Sportliche Leiter der deutschen Langläufer, Andreas Schlütter. Und der frühere Bobpilot André Lange, selbst viermal Olympiasieger, gratulierte: „Das ist einfach gigantisch, überragend. Vor allem über so einen langen Zeitraum auf Topniveau zu laufen.“

          Alles war perfekt

          „Es war das perfekte Ende meiner olympischen Karriere“, sagte Björgen ergriffen. „Es ist alles aufgegangen, was ich mir erträumt habe. Es waren die perfekten Bedingungen, so wie daheim am Holmenkollen“, erzählte sie über ein Rennen, das noch einmal einer Demonstration glich.

          1:49,5 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Finnin Krista Parmakoski, weitere zehn Sekunden auf die Schwedin Stina Nilsson, die Dritte wurde - Björgen lief in einer anderen Welt. Nach acht Kilometern schüttelte sie die letzten Konkurrentinnen ab und gestaltete dann den eigenen Triumphlauf.

          Ins Ziel kam sie mit einer norwegischen Fahne, die sie gar nicht wieder abgeben wollte. Selbst als sie von ihren Teamkolleginnen auf den Schultern durch den Zielbereich getragen wurde, hielt Björgen die Flagge ganz fest. Dabei gingen ihre Gedanken immer wieder nach Hause, wo der zweijährige Sohn Marius auf seine Mutter wartet. „Morgen sehe ich ihn endlich wieder“, sagte Björgen voller Vorfreude.

          Die deutschen Damen lieferten das ab, was man von ihnen erwarten durfte. Steffi Böhler, die wie Björgen ihren letzten olympischen Wettkampf absolvierte, verfehlte als 16. den angestrebten Platz unter den Top-15 nur knapp. „Nachdem in den Teamwettbewerben nicht das aufgegangen ist, was wir uns vorgenommen hatte, sind wir alle zusammen in ein emotionales Loch gefallen. Wir haben uns als Mannschaft da wieder herausgezogen, das war vielleicht die größte olympische Leistung. So etwas vergisst man nie“, zog die Schwarzwälderin ihr persönliches Olympia-Fazit.

          Katharina Hennig als 19. schaffte ihr Nahziel. Die 21-Jährige war dankbar, dass sie bei ihrem Olympia-Debüt vier Einsätze bekam. „Jetzt kann ich die Zukunft angehen. Dieses Erlebnis möchte ich noch mehrfach genießen“, sagte die Sächsin.

          Nach vorn blickte auch Schlütter. „Auch wenn wieder die Null in unserer Medaillenbilanz steht, es gibt viele Lichtblicke. Der deutsche Langlauf kommt wieder“, bemerkte er.

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