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Riesenslalom : Viktoria Rebensburg jagt wieder

  • -Aktualisiert am

Im Super-G wurde Viktoria Rebensburg Neunte. Bild: AFP

Vor vier Jahren gewann Viktoria Rebensburg Gold in Vancouver: Rang sechs nach dem ersten Durchgang des Riesenslaloms lässt der Olympiasiegerin noch alle Möglichkeiten, auch in Sotschi eine Medaille zu gewinnen.

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          Viktoria Rebensburg war stinksauer. Senkte noch beim Abschwingen, für jeden im Zielraum sichtbar, den Daumen. Sie knallte den Skistock auf den Boden, nahm die Ski in die Hand und hämmerte sie in den Schnee. So war das nach dem olympischen Super-G am Samstag, und mehr war gar nicht nötig, um die Frage zu beantworten, ob Viktoria Rebensburg rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Sotschi wieder fit geworden ist nach ihrer Lungenentzündung und der folgenden langen Wettkampfpause. Sie ist es. Von der Kraft her jedenfalls, sagte die 24 Jahre alte Riesenslalom-Olympiasiegerin, sei alles wieder in der Reihe. Nur dieser Fahrfehler im Zielhang, der sie auf Platz neun des Super-G zurückgeworfen hatte, der „war schon sehr ärgerlich“, fand sie.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Trotzdem war es auch ein Rennen, das Hoffnung machte – nicht nur, weil es viel Lob dafür gab von Frauen-Cheftrainer Tom Stauffer und von Alpindirektor Wolfgang Maier. Zwei Drittel des Rennens war Viktoria Rebensburg sehr gut unterwegs gewesen, und allein das zeigte schon, dass sie auch an diesem Dienstag alle Möglichkeiten haben sollte, wenn für sie der Höhepunkt der Spiele ansteht: die Entscheidung in ihrer Spezialdisziplin, dem Riesenslalom. „Wir sind sicher im erweiterten Favoritenkreis“, sagte Stauffer und meinte damit Viktoria Rebensburg und Maria Höfl-Riesch, denen er Medaillenchancen attestiert. Dritte deutsche Starterin ist die Olympia-Debütantin Barbara Wirth. „Die Piste ist eher flach, mit ein paar Wellen drin und einem Zielhang, bei dem man nicht weiß, was passiert“, sagte Stauffer. „Da ist alles möglich. Der Favoritenkreis ist sicher größer als bei einem normalen Weltcup-Rennen.“

          Im ersten Durchgang, zu dem Maria Höfl-Riesch kurzfristig nicht antrat, hat Rebensburg mit Rang sechs ihre Chancen auf eine Medaille gewahrt.

          „Zwei Monate Rennpraxis fehlen“

          Das ist vor allem für Viktoria Rebensburg ermutigend. Sie hat eine schwierige Weltcup-Saison hinter sich, in der sie bisher ein einziges Mal auf dem Podium stand – beim Auftakt im Oktober in Sölden, als sie Dritte wurde. Kurz darauf begann die lange Krankheitszeit, die dazu führte, „dass ihr jetzt zwei Monate Rennpraxis fehlen“, wie Stauffer sagte. Da kam es ziemlich ungelegen, dass der letzte Riesenslalom vor Olympia in Kranjska Gora den Wetterkapriolen zum Opfer fiel. So blieb Viktoria Rebensburg nur das Training, um im Riesenslalom zu alter Stärke zurückzufinden. Jetzt sagt sie: „Ich bin technisch gut drauf.“ Und zeigte das auch in ihren bisherigen Olympia-Rennen, der Abfahrt und dem Super-G.

          Trotzdem sieht sie sich noch nicht auf einer Höhe mit den in diesem Winter bisher erfolgreichsten Riesenslalomfahrerinnen, den Schwedinnen Jessica Lindell-Vikärby und Maria Pietilae-Holmner oder der österreichischen Super-G-Olympiasiegerin Anna Fenninger. Viktoria Rebensburg schreibt sich eher „die Jäger-Rolle“ zu, und so gesehen ist die Situation für sie vergleichbar mit den Spielen in Vancouver 2010 – da gewann sie Gold, ohne zuvor im Weltcup je ganz oben gestanden zu sein. Das hat sie längst nachgeholt, zehn Weltcupsiege stehen für sie inzwischen zu Buche. Die Erfahrung ist also da, die Technik ist da, und die Kraft sowieso: Für Viktoria Rebensburg kann die Jagd beginnen.

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