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Deutsche Schwimmer in Rio : Keine Medaille, viele Tränen

Das war’s: Paul Biedermann nach seinem letzten Auftritt in Rio Bild: dpa

Paul Biedermann verabschiedet sich mit einem sechsten Platz in der Staffel aus dem olympischen Schwimmbecken – und erträgt danach die Tränen seiner Teamkollegen. Auch Franziska Hentke ist schockiert. Der Bundestrainer wird deutlich.

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          Michael Phelps ist auf dem besten Weg, auch die Spiele von Rio de Janeiro als Mann mit den meisten Goldmedaillen zu beenden. Auf den Sieg mit der Vier-mal-100-Meter-Staffel am Sonntag, seinen 19. Olympiasieg, ließ der 31 Jahre alte Schwimmer aus Baltimore am Dienstag im Olympiabecken Siege über 200 Meter Schmetterling und mit der 4-mal-200-Meter-Staffel folgen. Neben der Nationalhymne gab es für Phelps die Goldmedaillen Nummer 20 und 21. Insgesamt hat Phelps nun 25 Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Für die deutschen Schwimmer war es dagegen im Wesentlichen ein weiterer Abend herber Enttäuschungen. Europameisterin Franziska Hentke scheiterte über 200 Meter Schmetterling mit der elftbesten Zeit im Halbfinale und wusste „absolut gar nicht“, woran es gelegen hatte. Mit 2:07,67 Minuten blieb sie genau 2,5 Sekunden über ihrer Bestzeit. „Ich war eigentlich in Topform, ich kann einfach nicht sagen, warum ich es nicht ins Wasser bringen kann“, sagte Franziska Hentke unter Tränen.

          Rot verweinte Augen

          Ähnlich rot verweinte Augen hatten nach dem Staffelrennen Christoph Fildebrandt und Florian Vogel, die sich dafür entschuldigten, Paul Biedermann bei seinem letzten olympischen Rennen – als Schlussschwimmer – keine bessere Ausgangslage bieten zu können. Das deutsche Quartett, für das zudem Clemens Rapp an den Start ging, beendete das Rennen nicht wie erhofft unter den besten drei Teams oder wenigstens in der Nähe der Medaillenränge, sondern nach 7:07,28 Minuten auf Platz sechs. „Es schmerzt, dass wir Paul nicht mehr bieten konnten“, sagte Vogel. „Er war mein Vorbild. Er wird sehr fehlen.“ „Sie haben alles gegeben“, sagte Biedermann anschließend. „Wir haben alles gegeben. Ich bin stolz auf die Jungs. Ich bin nicht enttäuscht. Es war tolle Stimmung, dieser Abschluss mit der Staffel ist für mich okay.“

          Das darf nicht wahr sein: Denkt sich wohl Franziska Hentke nach ihrem Ausscheiden
          Das darf nicht wahr sein: Denkt sich wohl Franziska Hentke nach ihrem Ausscheiden : Bild: AFP

          Enttäuscht äußerte sich Chefbundestrainer Henning Lambertz. „Es ist sehr schade. Ich hätte Paul ein Rennen gewünscht, in dem jeder in der Lage gewesen wäre, seine persönliche Bestzeit abzurufen. Das ist einzig und allein Clemens Rapp gelungen, der war wirklich stark.“ Lambertz empfand das Abschneiden der Staffel und Hentkes als „mega-enttäuschend. Wir hatten ambitionierte Ziele. Bei drei Leuten im Eliteteam hatten wir gehofft, dass vielleicht zwei Leute mit ein bisschen Glück eine Medaille machen. Von zwei dieser Potentiale mussten wir uns jetzt verabschieden. Nach so einem Tag heute wäre falsch, rumzulaufen wie ein Clown und zu sagen, alles ist gut, das passt nicht.“ Die Amerikaner – Conor Dwyer, Townley Haas, Ryan Lochte, Michael Phelps – siegten vor Großbritannien und Japan.

          70 Minuten vor dem Staffelstart war Phelps auch auf seiner Lieblingsstrecke 200 Meter Schmetterling zum Sieg geschwommen. Phelps ist damit auf dieser Distanz Olympiasieger der Spiele von Athen 2004, Peking 2008 und nun Rio de Janeiro. Einzig in London 2012 hatte ihn der Südafrikaner Chad Le Clos über die lange Schmetterlingsdistanz besiegt. Phelps, der vor dem Japaner Masato Sakai und dem Ungarn Tamas Kenderesi siegte – Le Clos wurde Vierter –, ist nun der älteste Schwimmer, der eine Goldmedaille über eine Einzelstrecke gewonnen hat.

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          Die Ungarin Katinka Hosszu gewann über 200 Meter Lagen ihre dritte Goldmedaille in Rio. Sie siegte vor Siobhan-Marie O’Connor aus Großbritannien und der Amerikanerin Maya Dirado, schwamm aber, anders als bei ihrem Sieg über 400 Meter Lagen den Weltrekord.

          Einziger Lichtblick aus deutscher Sicht war der Einzug von Weltmeister Marco Koch ins Finale über 200 Meter Brust (Donnerstag 3:03 MESZ). Der Darmstädter schwamm die siebtschnellste Zeit. „Ich bleibe dabei: Man muss Weltrekord schwimmen, um hier zu gewinnen. Mal gucken, ob ich morgen noch was draufpacken kann. Ich wäre gerne noch ein bisschen schneller geschwommen – aber morgen zählts.“

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