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Angst vor Zika-Virus : Auch Day bleibt Rio fern

  • Aktualisiert am

Jason Day fliegt nicht zu Olympia nach Rio. Bild: Reuters

Weil er wegen einer möglichen Infektion mit dem Zika-Virus keine Gefahr eingehen will, verzichtet Golfprofi Jason Day auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen. In Rio gibt es derweil ganz andere Probleme.

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          Golfprofi Jason Day wird nicht an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Das teilte der Weltranglistenerste am Dienstag per Twitter mit. „Der Grund für meine Entscheidung ist die mögliche Übertragung des Zika-Virus und die potenziellen Risiken für künftige Schwangerschaften meiner Frau“, sagte der 28 Jahre alte Australier. „Meine Frau Ellie und ich sind mit zwei wundervollen und gesunden Kindern gesegnet und unser Plan ist es, mehr Kinder zu haben.“

          Es sei immer sein großes Ziel gewesen, seine Heimat Australien bei den Sommerspielen zu vertreten. „Das Golfspielen kann jedoch niemals über der Sicherheit meiner Familie stehen“, schrieb Day. Auch wenn Ärzte und Experten die Bedrohung durch den Virus als gering einstuften, werde er kein Risiko für sich und seine Familie eingehen.

          Bereits in der vergangenen Woche sagte der Weltranglistenvierte Rory McIlroy seine Teilnahme ab. Ebenfalls will Graeme McDowell nicht an den Wettbewerben teilnehmen. Unter anderem verzichteten auch der frühere US-Mastersieger Adam Scott, Marc Leishman (beide Australien) und Louis Oosthuizen (Südafrika) auf die Reise nach Rio.

          Der Zika-Erreger kann unter anderem Schädelfehlbildungen bei Babys auslösen. Brasiliens Regierung hatte zuletzt betont, dass die Zahl der Zika-Ansteckungen stark zurückgegangen sei. Mitte Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Entwarnung gegeben. Es bestehe kein Grund das Sportereignis wegen des Zika-Virus zu verlegen oder zu verschieben.

          Sicher ohne Polizeikräfte?

          Unterdessen schlägt Francisco Dornelles, der 81 Jahre alte Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, allerdings wegen einer ganz anderen Sache Alarm: Sollte die brasilianische Regierung die zugesagte Finanzspritze in Höhe von 720 Millionen Euro nicht bald ausschütten, drohten die Olympischen Spiele in Rio zu scheitern. Gut fünf Wochen vor der Eröffnungsfeier sprach Dornelles in einem Interview mit der brasilianischen Zeitung „O Globo“ die beiden größten Schwachpunkte an: Transport und Sicherheit. Sollte die Metro-Linie zwischen Ipanema und dem Olympischen Park in Barra de Tijuca nicht fertig werden, stelle sich die Frage: „Wie werden die Leute zu den Sportstätten kommen, falls wir sie nicht transportieren können?“

          Nach mehreren Kostenreduzierungen, warnte der Gouverneur, reichten die Mittel für die Sicherheitskräfte während der Spiele nicht aus. Schon jetzt werde in Rio darüber spekuliert, ob schon am Wochenende die Polizeiautos still stünden, weil kein Geld mehr für Benzin da sei. Die Unterbringung der Sicherheitskräfte, Zehntausende, sei noch nicht gesichert. „Wie könnten sich die Leute sicher fühlen während der Spiele ohne Polizeikräfte?“, fragte der Politiker.

          Schon vor einer Woche hatte Dornelles für den Bundesstaat den finanziellen Notstand ausgerufen. Die brasilianische Entwicklungsbank hatte ihm einen Kredit von 246 Millionen Euro nicht gewährt, weil frühere Schulden noch nicht zurückgezahlt sind. „Sicher bin ich optimistisch, was die Spiele angeht, aber man muss der Realität ins Gesicht sehen.“ Dass es sich bei seinen Appellen um Alarmismus handele, wies Dornelles zurück. Anfang des Jahres habe er als bisheriger Stellvertreter das Amt des erkrankten Gouverneurs Luiz Fernandeo Pezao übernehmen müssen. „Ich hatte beschlossen, meine politische Karriere zu beenden“, sagte er der Zeitung. „Plötzlich finde ich mich wieder mit dieser Bombe in der Hand.“ In seinem Alter, sagte er, könne er es sich leisten, die Wahrheit zu sagen.

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