Vielseitigkeit : Genialer Sam und Fisherman’s Lake

Michael Jung braucht im Parcoursspringen einen Patzer des Führenden – und in der Teamwertung steht es um die deutschen Reiter überraschend schlechter als gedacht.
Selbst Michael Jung ist kein Außerirdischer, auch wenn die Vielseitigkeitsbranche das ständig behauptet. Manchmal muss auch der geniale Schwabe mit Schwierigkeiten kämpfen. Doch einer wie er weiß, wie er damit umzugehen hat, auch im olympischen Cross Country. Und so kam er trotz schwieriger Umstände ohne Fehler und innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel eines für olympische Verhältnisse sehr schweren Geländekurses. Jungs sechzehn Jahre alter Wallach Sam, wie fast alle Spitzenathleten genial und hochempfindlich zugleich, war am Start kaum mehr zu bremsen. Schon im Stall war es zu laut gewesen für eine angenehme Nachtruhe, und er hatte vor Aufregung zu schwitzen begonnen. Und der Lärm der Umgebung, die schneidenden Töne aus den Lautsprechern, die Rufe der Zuschauer und die vielen Pferde beim Aufwärmtraining hatten an den Nerven des braven Braunen gezerrt, so dass er reichlich energiegeladen auf die Strecke ging, bereit zur Flucht.





