https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/simeonis-wochenschau/43-000-euro-diebstahl-nach-ringer-finale-in-weingarten-14054436.html

Simeonis Wochenschau : Es lebe die Provinz!

Chapeau – wir ziehen den Hut! Bild: F.A.Z.

Wer verdient in dieser Woche den Hut, wer das Florett? Die Ringer aus Weingarten werden zwar bestohlen, sind aber reich an Freunden. Die Fifa ist ebenfalls reich – an Nullen.

          1 Min.

          Chapeau: Wild ist es zugegangen letzte Woche in Weinheim. Das badische Städtchen wurde vom deutschen Mannschaftsfinale der Ringer gerockt. Da muss jeder einmal hin. Ein Action-Film aus Hollywood ist ein steriler Langweiler gegen die Kämpfe und Dramen auf der Ringermatte. Der deutsche Traditionssport lebt – wenn auch ständig am Existenzminimum.

          Evi Simeoni
          Sportredakteurin.

          Und es kam wirklich schlimm für Weingarten. Die Badener verloren nicht nur gegen die Württemberger – den südschwäbischen ASV Nendingen –, so knapp, knapper geht’s nicht. In der Woche zuvor hatten Diebe auch noch das Vereinshaus aufgebrochen, den Tresor aus der Wand gerissen und 43.000 Euro gestohlen.

          So viel Geld weg: Das reißt ein bedrohliches Loch in die Vereinskasse. Weinheim gilt zwar als reicher Klub, aber im Ringen hat man halt mit ein paar Nullen weniger zu tun als im Fußball. Reich ist der Verein trotzdem: an Freunden. Mittlerweile gingen – hauptsächlich von den 120 (!) Sponsoren – so viele Spenden ein, dass der Schaden ersetzt ist. Shalala SV Germania!

          Attaque – hier wird angegriffen!
          Attaque – hier wird angegriffen! : Bild: F.A.Z.

          Money von Gianni

          Attaque: 43.000 Euro? Da lacht der Kicker und wendet sich Wichtigerem zu. Dort, wo die Experten der Fifa (also, laut Mainzer Karnevalisten, die Finanzfachleute) zugange sind, geht es um andere Summen. Diese Woche speziell um zwanzig Millionen Dollar, die der Weltverband den beiden Konföderationen, die Nord- Mittel- und Südamerika umfassen, nicht auszahlen will. Der Grund ist klar. Was für den Fußball gedacht ist, fließt dort üblicherweise auf Privatkonten. In beiden Konföderationen haben sich zuletzt drei Präsidenten-Generationen die Taschen vollgestopft.

          Ein bisschen blöd ist das Ganze für Gianni Infantino, der für die Fifa-Präsidentschaft kandidiert. Süd- und Mittelamerika haben ihm nämlich ihre Stimmen versprochen. Der Platini-Handlanger und Blatter-Landsmann aber ist gewieft. Sein diese Woche vorgestelltes Manifest dürfte seine Unterstützer beruhigen. Er verspricht den Konföderationen, für sie noch ein paar Millionen draufzulegen. Ein echter Finanzfachmann, dieser Infantino. Und die Reform-Hoffnung des Deutschen Fußball-Bundes.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wladimir Putin beim informellen GUS-Gipfel in Sankt Petersburg

          Wladimir Putin wird 70 : Ein einsamer Tag voller Arbeit

          Der Jubeltag des Präsidenten sollte ein ganz normaler Tag sein. Die Armeeführung ist bemüht, „zurückgeschlagene Angriffe“ und „vernichtete“ ukrainische Soldaten zu vermelden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.