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Handball-WM-Qualifikation : Wagnis am Kreis

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Durchsetzungsvermögen: Patrick Wiencek (Mitte) gilt als derzeit bester deutscher Kreisläufer Bild: picture alliance / dpa

Die deutschen Handballspieler sind wieder gefragt. Kreisläufer Wiencek spielt künftig für Meister Kiel. Ein Trend von dem auch die Nationalmannschaft profitieren soll - nach Vorstellung von Bundestrainer Heuberger bereits an diesem Samstag (15.15 Uhr) im WM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina.

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          Wenn über den derzeit besten deutschen Kreisläufer gesprochen wird, klingt es, als würde dieser Mann bald zu einer gefahrvollen Expedition in ferne Länder aufbrechen. Ob er sich das denn zutraue, ob er nicht zu jung sei, zu unerfahren. Dann die große Konkurrenz, der Druck, die Unwägbarkeiten. Dabei wechselt der Gummersbacher Handballprofi Patrick Wiencek im Sommer „nur“ zum THW Kiel. Weil es aber so ungewöhnlich ist, dass ein deutscher Spieler sein Glück beim Branchenführer versucht und der THW bislang auch nicht gerade erpicht war auf einheimische Talente an den Nahtstellen des Spiels, gehört Wiencek zu einer raren Spezies.

          Bundestrainer Martin Heuberger freut sich auf alle Fälle, dass sich einer aus dem Kreis seiner Nationalspieler traut, einen nächsten (Karriere-)Schritt zu gehen. „Patrick wird sich in Kiel bei Alfred Gislason weiterentwickeln, da bin ich sicher“, sagt Heuberger. Davon dürfte auch das Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB) profitieren - seit dem Rücktritt Christian Schwarzers 2008 war die Position am Kreis kein Prunkstück mehr. Das soll sich mit dem 23 Jahre alten Wiencek ändern. Anders als der nur im Angriff einsetzbare Christoph Theuerkauf versteht der kräftige, durchsetzungsfähige Wiencek auch etwas vom Abwehr-Handwerk.

          Kritischer Blick: Bundestrainer Martin Heuberger hofft auf Wiencek als Schwarzer-Nachfolger Bilderstrecke
          Kritischer Blick: Bundestrainer Martin Heuberger hofft auf Wiencek als Schwarzer-Nachfolger :

          Davon soll der DHB am besten schon bei der nächsten Großveranstaltung mit deutscher Beteiligung profitieren - der Weltmeisterschaft Anfang 2013 in Spanien. Doch um an der WM teilzunehmen, muss Heubergers Sieben erst noch Bosnien-Hercegovina besiegen: An diesem Samstag in Stuttgart und die Woche drauf in Sarajevo stehen die Play-off-Spiele zur WM an.

          Wiencek geht die Kieler Herausforderung gelassen an. „Ich freue mich einfach drauf“, sagt er. Dass zunächst in Marcus Ahlm und dem nun ebenfalls verpflichteten Dänen René Toft Hansen starke Konkurrenz am Kreis herrscht, stört Wiencek nicht. Schon 2013 wird Ahlm den THW verlassen; Wiencek kann somit auf viele Einsatzminuten hoffen.

          Topklubs verpflichten mehr deutsche Spieler

          Die Forderung des Bundestrainers, die deutschen Topklubs (vor allem der THW Kiel) mögen doch bitte zum Wohle des Handballs mehr auf Deutsche setzen, findet auch an anderen Standorten Gehör. Der Gummersbacher Rückraumspieler Adrian Pfahl wird 2013 zum HSV Hamburg wechseln. Pfahl und der VfL hätten den Transfer gern schon in diesem Sommer über die Bühne gehen sehen, doch der HSV spart und holt den 31 Jahre alten Pfahl erst ein Jahr später - ablösefrei.

          Heuberger hofft, dass Pfahl beim HSV sportlich weiterkommt und zu einem gleichwertigen Mann neben dem derzeit verletzten Flensburger Holger Glandorf wird. Stichwort Flensburg: Wenn in der neuen Saison der Großwallstädter Steffen Weinhold erstmals für die SG aktiv wird, hat der Klub aus dem Norden eine ganze deutsche Rückraumreihe beieinander: Lars Kaufmann, Steffen Weinhold und Glandorf. Das klingt verheißungsvoll. Auch für Heuberger.

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