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Golf-Masters in Augusta : Mit dem Besenstiel-Putter zum Sieg

  • -Aktualisiert am

Vorjahressieger Bubba Watson (rechts) reicht dem neuen Gewinner Adam Scott das Grüne Jackett Bild: AFP

Adam Scott gewinnt als erster Australier das Masters in Augusta. Für die beiden Deutschen Bernhard Langer und Martin Kaymer läuft die letzte Phase des Turniers sehr unterschiedlich.

          Der Bann ist gebrochen: Adam Scott hat am Sonntagabend in Augusta als erster Australier dass Masters gewonnen. Der 32-Jährige aus Queensland schlug im Stechen den elf Jahre älteren Argentinier Angel Cabrera, den Masters-Champion von 2009, mit einem Birdie am zweiten Extra-Loch.

          Scott bugsierte am 10. Loch, dem zweiten des Sudden-Death-Playoffs, den Ball aus vier Metern mit seinem überlangen Besenstiel-Putter, den er am Brustbein fixiert zum Sieg ins Loch. „Ich habe mein ganzes Leben davon geträumt, dieses Turnier zu gewinnen“, sagt der Weltranglistensiebte. Die beiden Team-Kameraden aus dem Presidents Cup (Vereinigte Staaten gegen den Rest der Welt ohne Europa) hatten die 72 Löcher im Augusta National Golf Club jeweils mit 279 Schlägen (9 unter Par) beendet: Scott nach Runden von 69, 72, 69 und 69, Cabrera nach Runden von 71, 69, 69 und 70 Schlägen.

          Australische Anläufe

          Insgesamt 19 Major-Siege waren in der Vergangenheit in das klassische Golfland Australien gegangen – nur beim Masters waren die die vielen australischen Weltklassespieler immer wieder gescheitert, Acht Mal hatten sich Golfprofis vom fünften Kontinent beim ersten Major mit dem zweiten Platz begnügen müssen, allein drei Mal war Greg Norman so knapp gescheitert. „Greg hat uns alle inspiriert. Ein Teil des grünen Jacketts gehört ihm“, sagte Scott bei der Siegerehrung in der Butler Cabin, bei der der 14-jährige Chinese Tianlang Guan als „low amateur“, als bester Amateur geehrt wurde (300/73+75+77+75 Schläge).

          Doch dieser Sonntag war der Tag der Australier. Jason Day (281/70+68+73+70) belegte den alleinigen dritten Platz. Marc Leishman, der nach der erste Runde geführt hatte, teilte sich mit 283 (66+73+72+72) den vierten Platz mit dem hohen Favoriten Tiger Woods (283/70+73+70+70). Der Weltranglistenerste klagte hinterher darüber, dass er die durch den Dauerregen „langsamer“ gewordenen Grüns viele Putts zu kurz ließ.

          „Heute hat es richtig Spaß gemacht“

          Für die beiden Deutschen im Feld verlief die letzte Runde extrem unterschiedlich. Bernhard Langer begann mit drei Birdies auf den ersten drei Löchern, Martin Kaymer hörte mit fünf Birdies auf den fünf letzten Löchern auf. Während der 55-jährige Altmeister am Sonntag mit 76 Schlägen die schlechteste Runde der Woche spielte, gelang dem 28-jährigen Rheinländer mit 70 Schlägen das beste Ergebnis seiner bisher insgesamt 16 Turnierrunden auf dem Platz des Augusta National Golf Clubs. Langer fiel mit insgesamt 290 (71+71+72+76) Schlägen vom neunten auf den 25. Platz zurück.

          Adam Scott am Sonntag auf der vierten Runde des Golf-Masters in Augusta.

          Trotzdem nahm Langer vor allem positive Erkenntnisse vom ersten Saisonhöhepunkt mit. „Heute ging einfach alles daneben. Unglaublich, was bei diesem Spiel alles passieren kann“, sagte der zweimalige Masters-Champion (1985 und 1993). Nach dem furiosen Start lief bei dem Altmeister nichts mehr zusammen: „Mir haben vier Löcher das Genick gebrochen. Allein am 12. und 13. Loch habe ich fünf Schläge verloren“, bilanziert Langer nach zwei Schlägen ins Wasser, die zu Doppelbogeys führten. Trotzdem sagte er: „Ich nehme viel Positives mit. Ich habe viele gute Schläge gemacht, auch heute.“

          Das gilt auch für Kaymer, der erst auf der vierten Runde neben der Freude an seinen langen Schlägen auch den nötigen Touch auf den extrem schwierigen Grüns fand. Auf den letzten sieben Löchern gelangen dem PGA-Champion von 2010 sechs Birdies, aber leider verhagelte ihm ein Triple-Bogey am vierten Loch (Par 3, 220 Meter), dem statistisch schwierigsten des Platzes, ein noch besseres Ergebnis. Immerhin schob er sich am Sonntag noch mit 291 (72+75+74+70) Schlägen auf den 35. Platz vor, seine beste Plazierung in Augusta. „Heute hat es richtig Spaß gemacht. Ich gehe jetzt mit einem sehr positiven Gefühl zum nächsten Turnier nach Hilton Head Island in der nächsten Woche“, sagte Kaymer, „ich habe wieder sehr viel gelernt. Alles in allem war es eine Superwoche für mich, auch wenn das Ergebnis nicht so ausgefallen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte.“

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