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Basketball-Nationalteam : Ständige Integration

  • -Aktualisiert am

Umstrittener Spieler mit sportlich gelungenem Comeback: Joshiko Saibou Bild: dpa

Bislang lässt sich der Olympia-Sommer für Deutschlands Basketballer gut an. Zwei klare Siege machen Mut. Aber personelle Herausforderungen warten noch auf Bundestrainer Henrik Rödl.

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          An diesem Dienstag ist es noch genau eine Woche bis zum Olympia-Qualifikationsturnier in Split, und genau diese sieben Tage haben die deutschen Basketballspieler Zeit, um sich in Bestbesetzung auf den vorläufigen Saisonhöhepunkt vorzubereiten. Einmal wird Bundestrainer Henrik Rödls Mannschaft in der stärksten Formation testen, bis es losgeht – am Donnerstag in Heidelberg gegen Senegal. Fünf Tage später steht das erste Spiel in Kroatien gegen Mexiko an (29. Juni, 16.30 Uhr, Magenta Sport). In dem kurzen, harten Turnier wartet 48 Stunden später Russland.

          Sollte sich Rödls Team in der Vorrunde behaupten, ginge es mit Halbfinale und Finale, wahrscheinlich gegen den Gastgeber, weiter – nur der Sieger qualifiziert sich für das olympische Basketballturnier. Rödl sagte: „Kroatien ist keine Übermannschaft. Aber vor allem, weil sie zuhause spielen, sind sie der Favorit.“

          Vorbereitung unpassend

          Seine Mannschaft hatte sich beim siegreichen Supercup in Hamburg am Wochenende gefunden – und muss sich noch einmal abstimmen. Dafür bleibt wenig Zeit, weil Dennis Schröder erst am Montagnachmittag zum Team stieß. Nach dem Ausscheiden seiner L.A. Lakers ist der Spielmacher bereit für die Auswahl. Das gilt auch für Niels Giffey, Maodo Lo und Johannes Thiemann. Die Profis von Meister Alba Berlin hatten ein paar Tage Pause bekommen, saßen am Sonntagabend beim abschließenden Sieg gegen Italien (91:79) auf der Tribüne.

          Es war Rödl anzumerken, dass er diese Art der Vorbereitung unpassend fand. Aber er klagte nicht. „Jetzt beginnt die gute Zeit, weil wir endlich unseren Kader zusammen haben“, sagte er, „wir wollten hier einen guten Teamgeist entwickeln, damit denjenigen, die dazukommen, der Einstieg erleichtert wird. Wir wollten eine Kultur des Miteinander schaffen. Das ist uns gelungen.“ Tatsächlich wirkte die Mannschaft bei den Siegen gegen Tschechien, Tunesien und Italien homogen. „Wir können mit unserem Teamgeist einige Baustellen kaschieren“, sagte Führungsspieler Johannes Voigtmann.

          In der Defensive sah der Bundestrainer Defizite: „Wir brauchen mehr Kommunikation, mehr Miteinander.“ Ob sich die Statik der intakten Mannschaft nicht zwangsläufig ändere, wenn Schröder hinzukommt, wurde Voigtmann gefragt: „Wir haben jetzt wieder ein paar Leute zu integrieren, auch Dennis“, sagte der Center von ZSKA Moskau: „Dennis hebt unser Niveau allein dadurch, dass er viele Gegner auf sich zieht.“ Anders als bei der verpatzten WM vor zwei Jahren soll es in Split keine reine Schröder-Show geben. Voigtmann sagte: „Wir sind mit ihm variabler. Aber in der Offensive können alle etwas beitragen.“

          Voigtmann verschwieg nicht, dass die Themen rund ums Team problematisch waren: Der schwierige Start in die Vorbereitung mit fehlenden (Maxi Kleber, Daniel Theis) und kranken Spielern (Paul Zipser), dazu die Fragezeichen hinter Schröders Einstieg und die Diskussionen um Joshiko Saibous Rückkehr: „Es waren überall Feuer, die gebrannt haben. Wir haben das einigermaßen gelöscht bekommen“, sagte Voigtmann, der sich für Saibou als Spieler starkmachte: „Er hat uns extrem geholfen.“

          In allen drei Partien war er punktbester Spieler. Sicher aus der Distanz und fokussiert wirkte Saibou, überdrehte nicht und übernahm Verantwortung. Das Wechselspiel mit dem jungen NBA-Profi Isaac Bonga auf der Spielmacher-Position klappte. Dass es den Kollegen missfiel, wie zaghaft sich Saibou zuvor in den digitalen Netzen von seinen umstrittenen Äußerungen zur Corona-Politik distanzierte, stand auf einem anderen Blatt.

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