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Handball-Bundestrainer Sigurdsson : Frischer Wind aus Island

  • Aktualisiert am

„Wenn meine Frau nicht jammert, sollte keiner jammern“: Dagur Sigurdsson Bild: dpa

Wie erwartet wird Dagur Sigurdsson neuer Handball-Bundestrainer. Der Isländer will ohne „Altlasten“ starten. Daher wird sein Vorgänger Martin Heuberger auch nicht Ko-Trainer.

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          Er scheint ein Mann mit klaren Vorstellungen zu sein, das wurde am Dienstag in Leipzig gleich deutlich, wo Dagur Sigurdsson als neuer Handball-Bundestrainer installiert wurde. Der Isländer machte umgehend klar, wie er seine Aufgabe anpacken will – ohne gewisse „Altlasten“. So wird es nicht dazu kommen, dass Martin Heuberger, sein Vorgänger, sich künftig als sein Assistent um die Nationalmannschaft kümmern wird. Zuletzt war kolportiert worden, dass eine solche Lösung möglich sein könnte. Er finde die Idee mit Heuberger sehr gut, sagte Sigurdsson zwar, „und wir verstehen uns auch sehr gut.“

          Aber er möchte dann doch lieber einen klaren Neuanfang machen: „Ich kann sagen, dass ich frischen Wind haben will und neue Wege gehen will“, sagte der 41 alte Handball-Lehrer, der beim Deutschen Handball-Bund (DHB) einen Vertrag bis 2017 mit Option auf eine Verlängerung bis 2020 erhielt. Bis zum 30. Juni 2015 bleibt er zudem Coach des DHB-Pokalsiegers Füchse Berlin – Sigurdsson wird somit ein Jahr lang eine Doppelfunktion ausüben. Angeblich kein Problem für ihn: „Wenn meine Frau nicht jammert, sollte keiner jammern.“

          Heuberger war, nachdem Deutschland die Weltmeisterschaft 2015 in Qatar zunächst sportlich verpasst hatte, vom DHB nicht weiter beschäftigt worden. Danach aber waren die Deutschen durch eine umstrittene Wild Card doch zur WM zugelassen worden. Sigurdsson soll nun dafür sorgen, dass der Weltmeister von 2007 wieder an Format gewinnt. Auch die Handball-Bundesliga ist offenbar der Überzeugung, dass er der geeignete Mann dafür ist. „Es ist eine große Ehre für mich, das Vertrauen von DHB und Liga zu bekommen“, sagte der Isländer in Leipzig. DHB-Chef Bernhard Bauer behauptete, dass Sigurdsson „perfekt in unser Anforderungsprofil“ passe.

          „Er weiß, wie man Erfolg auf Top-Niveau organisiert, er kann Talente an die Spitze führen, und er besitzt als ehemaliger Weltklassespieler einen riesigen Erfahrungsschatz.“ Und Liga-Präsident Uwe Schwenker betonte: „Nach Abwägung aller Fakten ist er die beste Wahl.“ Es wird spannend zu beobachten sein, wie Sigurdsson die Anforderungen beim DHB und bei den Berliner Füchsen bewältigt. Und schließlich gibt es in Bob Hanning einen weiteren „doppelten“ Berliner – er ist Manager der Füchse und beim DHB als Vizepräsident für den Leistungssport zuständig. Es dürfte damit einiges auf den Klub zukommen, der dem deutschen Handball jetzt als großer Helfer dient.

          Die deutschen Handball-Auswahltrainer der Männer

          01.01.1925 bis 31.12.1933 - Carl Schelenz
          01.01.1934 bis 31.12.1939 - Otto-Günther Kaundinya
          01.01.1940 bis 31.12.1945 - Carl Schelenz
          01.01.1946 bis 30.06.1955 - Fritz Fromm
          01.07.1955 bis 30.09.1972 - Werner Vick
          01.10.1972 bis 30.06.1974 - Horst Käsler
          01.07.1974 bis 20.04.1982 - Vlado Stenzel
          21.04.1982 bis 06.03.1987 - Simon Schobel
          07.03.1987 bis 28.02.1989 - Petre Ivanescu
          01.03.1989 bis 07.08.1992 - Horst Bredemeier
          08.08.1992 bis 31.05.1993 - Armin Emrich
          01.06.1993 bis 31.12.1996 - Arno Ehret
          01.01.1997 bis 30.06.2011 - Heiner Brand
          01.07.2011 bis 30.06.2014 - Martin Heuberger
          01.09.2014 bis ? - Dagur Sigurdsson

          * Auswahltrainer der DDR wurden in der Liste nicht aufgeführt

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