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Doping-Sperre für Salazar : Schatten auf Konstanze Klosterhalfen

  • -Aktualisiert am

Und nun? Konstanze Klosterhalfen Bild: Picture-Alliance

Läuferin Konstanze Klosterhalfen steht nach der Doping-Sperre für Alberto Salazar auf dem Höhepunkt der Saison im schlechtesten Licht, in das sie geraten konnte. Die junge Frau ist, wie nicht wenige im Amateursport Leichtathletik, schlecht beraten.

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          Er sei super-lieb und lustig, sagte Konstanze Klosterhalfen im März über Alberto Salazar; er lockere immer die Stimmung auf. Jetzt hat der Fall Salazar bei der Weltmeisterschaft in Doha die ohnehin nicht so gute Stimmung verhagelt. Eine Sperre von vier Jahren für jede Tätigkeit im Sport ereilte den Kopf des Nike Oregon Projects, dem sich die 22 Jahre alte Läuferin im Herbst vergangenen Jahres angeschlossen hat. Zwei unabhängige Schiedsgerichte ließen sich in einem zwei Jahre dauernden Verfahren, das erst durch die Veröffentlichung des Urteils bekannt wurde, von Vorwürfen der Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (Usada) überzeugen.

          Salazar hat demnach „verbotenes Doping-Verhalten orchestriert und gefördert“. Dazu gehört der Umgang mit Carnitin-Infusionen, die bis zu einer gewissen Menge legal sind. Und der Umgang mit Testosteron, das im Sport verboten ist; mit dessen Nachweis experimentierte Salazar, indem er seine beiden Söhne mit dem Hormon einrieb und auf Doping testen ließ. Dazu gehören Manipulation und der Versuch der Manipulation von Doping-Kontrollen. Salazar und einem ebenfalls gesperrten Arzt wirft die Usada vor, Siege über die Gesundheit der Athleten zu stellen.

          Salazar ist der Mann hinter den vier Olympiasiegen und sechs Weltmeistertiteln des britischen Läufers Mo Farah. Noch am Samstag betreute er die Niederländerin Sifan Hassan beim Titelgewinn über 10.000 Meter. Drei Tage drauf verlor er seine Akkreditierung. Sifan Hassan und Konstanze Klosterhalfen werden an diesem Mittwoch ohne seine Unterstützung in den Vorläufen über 1500 oder 5000 Meter starten, doch in seinem langen Schatten. Salazar kündigt Berufung an; Nike verspricht, ihn wie in den vergangenen beiden Jahren zu unterstützen.

          Super-lieb und lustig? Der Studentin Konstanze Klosterhalfen kann man nicht vorwerfen, dass sie von dem Verfahren gegen Salazar nichts wusste. Sie hätte allerdings alles, was ihm darin vorgeworfen und jetzt bestätigt wurde, mit einem Klick im Internet finden können. 2015 haben BBC und ProPublica die Sportwelt alarmiert, zwei Jahre drauf verließ Farah das Oregon Project. Konstanze Klosterhalfen gab sich im August im Fernsehen „traurig und sauer“ darüber, dass Journalisten bei der deutschen Meisterschaft, wo sie überragend gelaufen war, wieder „diese Fragen“ gestellt hatten. Die junge Frau ist, wie nicht wenige im Amateursport Leichtathletik, schlecht beraten. Da fordert sie, die einmal fürs Fernsehen arbeiten will, Journalisten auf, sich in Portland selbst ein Bild zu machen, da verspricht sie in der Mixed Zone, dass sie gern für ein Interview zur Verfügung stehe – und wird von ihrem Management geradezu abgeschirmt.

          Bei der Hallen-Europameisterschaft in Glasgow warf sich Oliver Mintzlaff, Manager des Fußballklubs Red Bull Leipzig, schützend zwischen Läuferin und Presse. Zufällig stehen ihr Elternhaus und seines in dem rheinischen Dorf Bockeroth nebeneinander, und als der ehemalige Läufer und Vermarkter des Jahrhunderttalents gewahr wurde, nahm er sich dessen an. Er hat Konstanze Klosterhalfen bei Salazar untergebracht und nannte die Vorwürfe „irgendwelche Mutmaßungen“. Er scheute sich nicht, sich auf seine moralische Verantwortung für die Läuferin zu berufen. Was mag aus der nun geworden sein? Entweder haben Salazar und Nike Mintzlaff über das Verfahren getäuscht, in dem sie steckten, als sie Konstanze Klosterhalfen verpflichteten. Oder Mintzlaff wollte gar nicht wissen, ob an den weit und breit publizierten Vorwürfen etwas dran ist. Konstanze Klosterhalfen jedenfalls steht auf dem Höhepunkt der Saison im schlechtesten Licht, in das sie geraten konnte.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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