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Handballer Reichmann : „Der Kopf ist müde“

  • -Aktualisiert am

Siebenmeter-Experte Tobias Reichmann: „Es gibt immer Spiele und Turniere, wo es funktioniert oder nicht.“ Bild: dpa

Tobias Reichmann hat eine besondere Rolle im deutschen Handball-Nationalteam gespielt bei der EM. Im Interview spricht er über die Kunst beim Siebenmeter und das Trostpreis-Spiel gegen Portugal.

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          Ein Spiel um den fünften Platz gegen Portugal (16.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Handball-EM und One), in dem Kapitän Uwe Gensheimer und Abwehrstratege Hendrik Pekeler fehlen werden, wirkt wie die Aussicht auf einen Trostpreis. Wie sehen Sie das?

          Wir müssen uns noch mal hochfahren. Portugal hat gezeigt, dass sie 60 Minuten ein sehr unangenehmer Gegner sein können. Wir wollen ein gutes Spiel abliefern und mit einem guten Gefühl aus dem Turnier in die Olympia-Qualifikation gehen.

          Ist es für Sie als Außenspieler leichter, so viele Spiele an wenigen Tagen wegzustecken, als für die Rückraumspieler?

          Es ist für alle gleich. Ich habe zwar nicht den großen körperlichen Kontakt. Aber ich bin sechzig Minuten am Laufen. Oft ist nicht der Körper müde, sondern der Kopf. Dann passieren die Fehler, oder man verletzt sich, weil man nur noch mit 80 Prozent bei der Sache ist.

          Sie haben weniger gespielt als erwartet, weil Timo Kastening sehr stark war. Trotzdem hat DHB-Vizepräsident Bob Hanning Sie gelobt, wie Sie die Rolle akzeptiert hätten und sicher Siebenmeter verwandelten. Ist das bei Ihnen angekommen?

          Ja, natürlich. Ich freue mich sehr darüber. Sicher hätte ich gern mehr gespielt. Aber Timo hat ein super Turnier gespielt. Er hat kaum Fehler gemacht. Da hat der Trainer die richtige Entscheidung getroffen. Ich konnte der Mannschaft immerhin mit den Siebenmetern helfen.

          Sind Sie bei den Strafwürfen so cool, wie Sie wirken?

          Ich habe schon eine gewisse Anspannung drin, denn ich habe ja viel Zeit zu überlegen, wie ich werfe, wenn ich von der Bank komme. Es gibt immer Spiele und Turniere, wo es funktioniert oder nicht. Wenn ich im Spielrhythmus bin, ist es grundsätzlich leichter, Siebenmeter zu werfen. Meine Messlatte ist, alles zu treffen, keine Fehlwürfe zu machen. Aber ich mache Fehler, wie alle anderen auch.

          Sie waren in Norwegen, Österreich, jetzt in Schweden. Blieb Zeit für ein touristisches Rahmenprogramm?

          In Norwegen waren wir öfter in der Stadt, um nicht nur im Hotel rumzuhängen. Auch in Wien haben wir uns einiges angeguckt. Das machen wir in Stockholm ebenfalls.

          Kaum zu Hause angekommen, geht es in der Bundesliga weiter. Hamsterrad Handball . . .

          Das ist nichts Neues. Jetzt ist die Terminenge mit Olympia im Sommer noch krasser, weil die Saison schon Mitte Mai zu Ende ist. Wir haben mit Melsungen das Glück, dass wir erst am 6. Februar spielen und nicht gleich nächstes Wochenende wie andere. Vielleicht kriegen wir zwei, drei Tage mehr frei vom Verein. Aber es ist alles zu viel, zu gedrängt. Wir Spieler können nicht viel dagegen machen. Wir können es nur akzeptieren.

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