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2:1 gegen Hannover : Die nächste Feier in Darmstadt

  • -Aktualisiert am

Darmstädter Torschützen unter sich: Wagner (links) und Sulu. Bild: Reuters

Lange müssen die Fans in Darmstadt auf ein Tor warten, dann fallen in kurzer Zeit gleich drei: Mit einer Energieleistung setzen sich die „Lilien“ im DFB-Pokal im Bundesliga-Duell mit Hannover durch.

          2 Min.

          Flutlicht, Abenddunst, ein uraltes Stadion prall gefüllt mit Fußballbegeisterung, 15900 Fans eng an eng – wer echte Pokalatmosphäre schnuppern wollte, war an diesem Dienstagabend am Darmstädter Böllenfalltor genau richtig. Und auch der Spielverlauf war ganz nach dem Geschmack der allermeisten Zuschauer, also jener, die mit dem Heimteam sympathisieren.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Darmstadt 98 kämpfte sich gegen Hannover 96 mit einer eindrucksvollen Leistung zu einem 2:1-Sieg und damit in die dritte Hauptrunde des DFB-Pokals. Die Tore für die Hessen schossen Aytac Sulu (74.) und Sandro Wagner (79.), der zwischenzeitliche Ausgleich ging auf das Konto von Artur Sobiech.

          Die „Lilien“ hatten ihre Mannschaft kurzfristig umbauen müssen. Rechtsverteidiger György Garics musste passen, die Verletzung aus dem Spiel gegen Wolfsburg war nicht verheilt, und auch für den angeschlagenen Konstantin Rausch hatten die zwei Tage Pause nicht gereicht. Für ihn stand Tobias Kempe in der Startformation, für Garics durfte sich Florian Jungwirth versuchen. Vor allem Kempe versuchte von Beginn an, seine Chance zu nutzen. Er zeigte energische Sprints, krachende Zweikämpfe, aber nach zehn Minuten auch einen missglückten Hackentrick, der Hannover zu einem Angriff verhalf – man konnte das Stirnrunzeln von Dirk Schuster an der Außenlinie spüren. Es gibt wenig, was der Darmstädter Trainer und Sicherheitsfanatiker mehr verabscheut als eine solch überhebliche Aktion.

          Kempe war gut beraten, in der Folge auf Schnörkel zu verzichten, die so gar nicht zu Schuster und seinem Darmstädter Arbeiterkollektiv passen. Hannover, das am ersten Bundesligaspieltag mit einem etwas schmeichelhaften 2:2 aus Darmstadt abgereist war, brachte in der ersten Halbzeit nichts zustande, was die Hessen aus der Ruhe gebracht hätte.

          Null Esprit, null Torchance. Die „Lilien“ hingegen profitierten von einem weiteren Wechsel, zu dem sich Schuster nach dem 0:1 gegen Wolfsburg entschlossen hatte. Für den im Fußball erster Klasse meist überforderten Publikumsliebling „Toni“ Sailer stellte er Jan Rosenthal im Angriff an die Seite von Wagner, und der frühere Hannoveraner brachte mit seiner Technik und seinem Spielverständnis den erhofften Kick im Sturm.

          Rosenthal war es auch, dem die einzige Torchance bis zum Wechsel vergönnt war. Marcel Heller hatte dazu in der 19. Minute die Vorarbeit vom rechten Flügel geliefert, seine Flanke fand Rosenthal freistehend fünf Meter vor dem Tor, doch dessen Kopfball wischte Torhüter Ron-Robert Zieler mit einer spektakulären Parade zurück ins Feld. Sollte einer Zweifel daran gehabt haben, dass Zieler ein Torwart von internationalem Format ist, so sah er sie in dieser Szene zerstreut. Die Darmstädter Fans fanden trotz der verpassten Großchance Grund zu jubeln. Das Pokal-Aus der Eintracht in Aue quittierten sie mit dem hämischen Singsang „Ohne Frankfurt fahr‘n wir nach Berlin!“.

          Je länger die Partie dauerte, desto verbissener wurde sie geführt. Eine Rudelbildung hier, ein Ellbogencheck dort. Hannover kam besser ins Spiel, Miiko Albornoz fand in der 47. Minute im Darmstädter Schlussmann Christian Mathenia seinen Meister, doch Darmstadt ließ sich nicht beeindrucken, stand in der Abwehr sicher und übte sich weiter im Spielaufbau und in Geduld. Nicht zu viel riskieren, war das Motto. Statt dessen kämpfen und warten.

          Warten auf die eine Chance, den großen Moment. Kempe kam dem Ziel mit seinem Schuss in der 68. Minute nahe, doch Zieler parierte. Dann flog Rosenthal unter einer Heller-Flanke hindurch. Aber dann war es soweit, einmal hier und einmal dort: Erst drückte in der 74. Minute Sulu den Ball nach einem Freistoß von Kempe zum 1:0 über die Linie, dann traf der eingewechselte Sobiech im Gegenzug zum Ausgleich – und alles begann wieder von vorn. Darmstadt geschockt? Ganz und gar nicht. Wagner besorgte in der 79. Minute die Entscheidung, mit einer Energieleistung – mit was sonst.

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