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Schalke 04 : Bloß nicht jammern!

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Genießt das Rampenlicht in der Champions League: Julian Draxler Bild: AFP

Bei Schalke fällt Höger als dritter Stammspieler neben Huntelaar und Farfan lange aus. Im Spiel gegen Chelsea an diesem Dienstag (20.45 Uhr) könnten zwei 18-Jährige aufrücken. Draxler zählt längst zu den Etablierten - mit 20.

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          Im ersten Teil dieser Saison zeigt der FC Schalke 04 zwei Gesichter: ein fröhliches in der Champions League und ein anderes, das nach einer Leidensmiene aussieht, wenn die Mannschaft Siege mit Rumpelfußball einfährt wie jüngst gegen Eintracht Braunschweig in der Bundesliga. An diesem Dienstag steht wieder die europäische Königsklasse auf dem Programm. Deren Gruppe E führt der Revierverein mit sechs Punkten aus zwei Spielen an. Zudem gab es am Montag deutliche Signale, dass zwei Profis in die Elf zurückkehren, die zuletzt wegen Verletzungen gefehlt hatten. Mit Torhüter Timo Hildebrand und dem Strategen Kevin-Prince Boateng ist wieder zu rechnen. Grund genug also für die Schalker, ein freundliches Gesicht zu machen, könnte man meinen.

          Der schlechte Fußball, den die Blauen zuletzt zeigten, war zwar gut genug, um gegen den Tabellenletzten drei Punkte zu holen. Doch der Blick zurück nach Braunschweig trübt die Vorfreude auf die Partie gegen den Gruppenfavoriten FC Chelsea in der Gelsenkirchener Arena (20.45 Uhr/Live bei Sky und im FAZ.NET-Liveticker). Abermals gab es schlechte Nachrichten aus der medizinischen Abteilung: Mittelfeldspieler Marco Höger erlitt einen Anriss des Kreuzbandes und muss mehrere Monate pausieren. Damit fällt schon der dritte Stammspieler lange aus. Auch Torjäger Klaas-Jan Huntelaar und Flügelspieler Jefferson Farfan werden längere Zeit fehlen.

          Höger mag nicht den Stellenwert dieser beiden Leistungsträger haben, war im defensiven Mittelfeld aber erste Wahl, bis er sich verletzt hat. Ihn könnte Jermaine Jones ersetzen. Der Routinier ist wieder fit und sehnt sich nach einem Einsatz, nachdem er zwischendurch eine „Denkpause“ erhalten hatte. „Mit den Leuten, die wir haben, haben wir immer wieder gute Ergebnisse erzielt. Daher fangen wir jetzt nicht an zu jammern, sondern nehmen es so, wie es ist“, sagt der Schalker Cheftrainer Jens Keller.

          Das Kommen und Gehen ruft indes Spekulationen über das taktische Tableau hervor. In Braunschweig gehörten Max Meyer und Leon Goretzka zu den Lichtblicken, zwei Achtzehnjährige, die im Nachrückverfahren schneller zu festen Größen werden könnten, als viele angenommen hatten. Meyer ersetzte Boateng auf der zentralen Position im offensiven Mittelfeld, und Goretzka kam ein wenig weiter hinten für Höger ins Spiel. Beide erzielten in Braunschweig jeweils ein Tor.

          „Wenn Boateng sagt, er ist fit, dann kann er spielen“

          Schon wurde vermutet, Meyer könnte seinen Platz behalten und Boateng den Außendienst Farfans übernehmen. Mental ist Boateng längst Führungsspieler. Dass es bei ihm für einen Einsatz reicht, ist wahrscheinlich, aber nicht sicher. Die Kompetenzen sind in dieser Frage allerdings so oder so klar geregelt: „Wenn Kevin-Prince Boateng sagt, er ist fit, dann kann er spielen“, sagt Keller, der sich ansonsten bedeckt hält. Goretzka bescheinigt der Trainer eine „enorme Qualität und eine sehr positive Entwicklung“, Keller fügte aber hinzu, in der Champions League zu spielen sei „noch mal etwas anderes“.

          Was Meyer betrifft, ist das Interesse noch größer, auch international. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Chelsea wollten englische Reporter sich aus erster Hand über das Talent informieren. Der junge Kollege habe „eine Leistungsexplosion“ hinter sich, befand der Gelsenkirchener Mittelfeldstratege Julian Draxler. „In unserer Situation brauchen wir jeden Spieler, da ist auch Max Meyer in seinen jungen Jahren wichtig für uns“ - das sagt ein Profi, der selbst gerade zwanzig Jahre alt ist.

          Überhaupt ist Draxler ein gefragter Mann, wenn es darum geht, Spieler einzuschätzen, die ähnlich talentiert sind wie er selbst: André Schürrle etwa, der zuletzt drei Tore für Deutschland in Schweden geschossen hatte. Der Wechsel nach England habe dem Nationalspieler gutgetan, sagte Draxler - und betrachtet den Kollegen, nicht ohne Mut, als Vorbild: „Vielleicht kann ich gegen Chelsea auch einen Dreierpack machen.“

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